Wirtschaft : Nur ein erster Schritt

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Die Deutschen, scheint es, sind eine vom Aussterben bedrohte Spezies. Im Jahr 2002 registrierte das Land 122 000 mehr Todesfälle als Geburten. Bis 2050 werden 37 Prozent der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein. Angesichts dieser demografischen Realitäten sollte man annehmen, dass ein Gesetz, das Zuwanderung regelt und erleichtert, schnell breiten politischen Konsens finden würde. Doch leider blockiert die christdemokratische Opposition hier seit drei Jahren jedes Weiterkommen. „Deutschland ist kein Einwanderungsland“, propagiert sie und benutzt die hohe Arbeitslosigkeit als Ausrede, die Tore geschlossen zu halten. Mit ihrer populistischen Haltung übersieht sie, dass Ausländer in der Regel Arbeiten verrichten, die Deutsche nicht machen wollen. Die restriktiven Gesetze in Deutschland vermindern die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Obwohl 4,5Millionen Deutsche arbeitslos sind, gibt es in der Wirtschaft 100 000 unbesetzte Stellen, weil hoch qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Der Kompromiss für ein Zuwanderungsgesetz, den Bundeskanzler Schröder in der vergangenen Woche mit der Opposition ausgehandelt hat, könnte zumindest dazu beitragen, diese Lücke zu schließen – er ist jedoch erst ein winziger erster Schritt.

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