Wirtschaft : "Nur eine kurzfristige Abwärtsbewegung"

"Wenn Amerika hustet, bekommt Deutschland einen Schnupfen." Diese alte Börsenweisheit hat sich am Mittwoch einmal mehr bestätigt.Über die Gründe für den Kursrutsch unterhielt sich Joachim Hofer mit Serge Demolière, Leiter Aktienhandel und Aktienderivate der Bankgesellschaft.



TAGESSPIEGEL: Herr Demolière, warum sind die Aktienkurse gestern in den Keller gerutscht?

DEMOLIERE: Das war eine Reaktion auf den Dow-Jones-Index.Die Kurse sind dort gefallen, weil US-Notenbankchef Greenspan Äußerungen über einen stärkeren Preisauftrieb gemacht hat.Darüber hinaus ist die wirtschaftliche Unsicherheit über Japan groß, weil niemand weiß, welche stimulierenden Effekte das neue Maßnahmenpaket hat.Dazu kommt noch, daß manche Halbjahresergebnisse deutscher Unternehmen nicht gerade überzeugt haben.Dennoch: Der Kursrutsch ist von außen nach Deutschland hineingetragen worden.

TAGESSPIEGEL: Wie tief werden die Aktien fallen?

DEMOLIERE: Das ist momentan nur eine kurzfristige Korrektur von außen.Eine langanhaltende Abwärtsbewegung in Deutschland ist nicht zu erwarten, weil keine Zinswende in Sicht ist.Auch das Wachstum ist nicht gefährdet.Die Wahlen werden auch nichts ändern, da die Unternehmen bereits mit einer Regierung Schröder rechnen.

TAGESSPIEGEL: Was raten Sie jetzt Kleinanlegern?

DEMOLIERE: Ich würde auf dem deutschen Markt bei den Blue Chips auf keinen Fall verkaufen.Im Gegenteil, man könnte die niedrigeren Kurse bereits für Käufe nutzen.Wenn Sie zum Beispiel die Autobranche nehmen, dann gab es am Mittwochmorgen bereits gute Chancen.Wem das Risiko zu hoch ist, der sollte Absicherungsinstrumente nutzen.

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