Wirtschaft : Nur nicht die Nerven verlieren

DANIEL RHEE-PIENING

Für Aktienbesitzer hielt der gestrige Tag turbulente Nachrichten parat. Vor allem das vorübergehende Absacken des Deutschen Aktien-Indexes dürfte die Anleger schwer beunruhigt haben. Da hilft es auch nicht viel, dass sich das Barometer wieder über der 5000-Punkte-Marke einstellte. Der vorübergehende Rutsch zeigte vielmehr, wo die Reise wohl zunächst hingehen wird. Einige Marktbeobachter sprechen inzwischen von einer Auffanglinie erst bei 4600 Punkten. Rekordstände sind an den deutschen Börsen - ebenso wie an der amerikanischen - nicht in Sichtweite.In dieser Situation werden die Anleger für die Meldung der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre über die Rekorddividenden für das vergangene Jahr nur ein müdes Lächeln übrig gehabt haben. Es ist ja ganz schön, wenn ab und zu Geld auf das Girokonto fließt, die Meisten kaufen Aktien allerdings wegen der Kursgewinne. An der stetigen Wertsteigerung der Papiere wird verdient, und dies - so man die Titel nur lange genug hält - auch noch ohne den Finanzminister daran zu beteiligen. Die Zeiten, da man Aktien als Dividendenpapiere bezeichnete, sind für die meisten Investoren schon lange vorbei.Da gilt es bei der gegenwärtigen Entwicklung einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn im Grunde genommen ist die Lage für die Unternehmen gar nicht so schlecht. Steuererleichterungen sind schon erfolgt oder angekündigt, die Prognosen für die Konjunkturentwicklung sind zumeist positiv. Rationalisierungen gehen weiter, die Fusionswelle rollt ungebrochen. Der Aktionär sollte abwarten können. Wer jetzt verkaufen muß - und womöglich zu hohen Kursen investiert hat - verliert in der Tat Geld. Wer bis zum Herbst warten kann, dürfte sich dagegen über höhere Kurse freuen können.

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