Wirtschaft : Nur noch zwei Bieter für Alitalia

US-Finanzinvestor steigt aus – und hat auch bei Iberia das angekündigte Gebot noch nicht vorgelegt

Rom/Madrid - Ein Konsortium um die US-Beteiligungsgesellschaft TPG Capital (Texas Pacific Group ) hat sich aus dem Bieterwettrennen um die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia zurückgezogen. Das Konsortium, zu dem auch die Beteiligungsgesellschaft Matlin Patterson und die italienische Geschäftsbank Mediobanca gehörten, sei nicht in der Lage, alle Bedingungen für das offizielle Angebot zu erfüllen, teilte der US-Finanzinvestor mit. Damit bleiben nur noch zwei potenzielle Bieter übrig: die italienische Fluggesellschaft Air One und die russische Aeroflot. Der italienische Staat will mindestens 39,9 Prozent an der Fluggesellschaft verkaufen, die seit fast zehn Jahren keinen Gewinn mehr erwirtschaftet hat. Die Regierung in Rom hatte zuletzt angekündigt, sich möglicherweise auch vollständig von seiner Alitalia-Beteiligung von derzeit knapp 50 Prozent zu trennen.

Bislang keine feste Kaufofferte hat die spanische Fluggesellschaft Iberia erhalten. Darauf wies Iberia-Präsident Fernando Conte am Mittwoch auf einer Aktionärsversammlung in Madrid hin. „Wenn wir ein Übernahmeangebot bekommen hätten, hätten wir die Börsenaufsicht darüber informiert.“ British Airways hatte in der vorigen Woche die Absicht bekundet, zusammen mit TPG und mehreren Fonds die spanische Airline kaufen zu wollen. Die Briten wiesen jedoch darauf hin, dass noch unklar sei, ob es zu einem offiziellen Gebot kommen werde. Die lange Zeit als möglicher Iberia-Käufer gehandelte Deutsche Lufthansa hatte zuletzt ein Gebot als zu teuer abgelehnt. „Iberia steht auch für sich gut da“, sagte Conte. „Wir haben es nicht nötig, dass jemand kommt, um uns zu retten.“ Die Gesellschaft habe 1,8 Milliarden Euro „in der Kasse“. rtr/ dpa

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