Wirtschaft : Nur wenige zusätzliche Lehrstellen Handwerk schafft nicht genug Ausbildungsplätze

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Berlin Das Handwerk hat im Sommer tausende neue Lehrstellen geschaffen, dennoch werden viele Jugendliche im Herbst ohne Ausbildungsplatz dastehen. Bis Mitte August hätten Handwerksbetriebe 11000 neue Stellen geschaffen, sagte Dieter Philipp, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), am Donnerstag in Berlin. „Diese Zahl wollen und müssen wir in den kommenden Wochen allerdings noch deutlich steigern.“ Aufgrund der schlechten Konjunkturlage seien gleichzeitig viele bestehende Stellen weggebrochen, in einer Größenordnung von bis zu 15000 Stellen, schätzt der ZDH.

Da auch die Industrie die Lehrstellenlücke nicht auffüllen kann, bereiten die Verbände jetzt eine Alternative vor: Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sollen ein innerbetriebliches Praktikum von bis zu zwölf Monaten durchlaufen. Die so genannte Einstiegsqualifikation ist Teil des zwischen Regierung und Wirtschaft vereinbarten Ausbildungspaktes. Sie soll bis zu 25000 Jugendlichen, die keine Stelle gefunden haben, den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Das Praktikum kann teilweise auf eine spätere Ausbildung angerechnet werden. „Betriebe haben im Gegenzug die Chance, die Interessenten zu testen“, sagte Philipp. Die Bundesregierung erstattet die Praktikumsvergütung plus Sozialbeiträge in Höhe von bis zu 294 Euro monatlich.

Die Gewerkschaften begrüßen den Plan, „berufsunreifen“ Jugendlichen Betriebserfahrung zu vermitteln. „Aber es besteht die Gefahr, dass Firmen die Praktikanten nur als billige Arbeitskräfte missbrauchen und dafür auch noch Geld vom Staat kassieren“, sagte Klaus Heimann, Ausbildungsexperte der IG Metall, dem Tagesspiegel. avi

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