Wirtschaft : Nur zwei Prozent Wachstum für die deutsche Konjunktur

KÖLN (uwe).Das Wirtschaftswachstum in Deutschland wird im kommenden Jahr an Dynamik verlieren.Nur noch um zwei Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr zulegen, meint das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.Der Aufschwung werde merklich nachlassen, die meisten Signale, die schon jetzt auf den Konjunkturverlauf hinwiesen, seien negativ, schreibt das IW.

"Das auf Deutschland ausstrahlende weltwirtschaftliche Szenario ist von großen Unsicherheiten geprägt", erklärt das Institut."Noch ist nicht sicher, ob Asien, Rußland und Südamerika die Talsohle durchschritten haben, oder ob das dicke Ende der Wirtschafts- und Finanzkrisen erst noch kommt."

Schon jetzt seien die Bestellungen aus dem Ausland merklich zurückgegangen: Im laufenden Jahr waren sie mit einem Wachstum von acht Prozent noch eine Säule des konjunkturellen Aufschwungs, für das kommende Jahr erwartet das IW nur noch fünf Prozent Wachstum.Damit bleibe Deutschland hinter der Zunahmerate des Welthandels insgesamt zurück und verliere Marktanteile.Die spürbare Aufwertung der Mark gegenüber den wichtigsten Exportländern, die Lohnforderungen der Gewerkschaften und die Steuerreformpläne der Bundesregierung würden die Aussichten für 1999 trüben.Zwar werde der Arbeitsmarkt noch einmal entlastet, die Arbeitslosigkeit werde im Jahresdurchschnitt 1999 um rund 210 000 zurückgehen.Doch seien dies alles nur nachwirkende Effekte, "die gerade einsetzende Dynamik wird sich kaum beschleunigen", meint das Wirtschaftsforschungsinstitut.

Der private Verbrauch dürfte im kommenden Jahr um 2,25 Prozent nach 1,5 Prozent im laufenden Jahr an Dynamik gewinnen, meint das IW.Angesichts der geplanten "Umverteilung zu Lasten der Unternehmen" werde es sich aber allenfalls um ein Zwischenhoch handeln, das keine dauerhaften positiven Auswirkungen auf Konjunktur und Arbeitsmarkt haben werde.

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