Nutzfahrzeuge : Daimler baut künftig Lastwagen in Südindien

Das süddeutsche Unternehmen Daimler richtet sich nach Südindien aus: In Chennai werden in Zukunft Lastwagen hergestellt, die Fabrik soll noch in diesem Jahr gebaut werden. Später sollen Fahrzeuge in andere Schwellenländer exportiert werden.

Stuttgart/ChennaiDer Autobauer Daimler wird künftig im südindischen Chennai Lastwagen bauen. Das deutsch-indische Gemeinschaftsunternehmen Daimler Hero Motor Corporation Ltd. habe sich wegen der Nähe zu wichtigen Zulieferern, der guten Infrastruktur und Verkehrsanbindung sowie der hohen Zahl von Facharbeitern für die Stadt an der Ostküste entschieden, teilte Daimler am Montag in Stuttgart mit. Der Vorvertrag sei am Montag unterzeichnet worden. Lokaler Partner der Stuttgarter ist die indische Hero Group.

Mit dem Bau des Werks auf dem 1,6 Quadratkilometer großen Gelände solle "in Kürze" begonnen werden, teilte Daimler mit. Ein Sprecher sagte, Baubeginn solle noch in diesem Jahr sein. In der neuen Fabrik würden rund 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Von 2010 an sollen zunächst bis zu 70.000 Lastwagen für den indischen Markt gebaut werden. Der neue Markenname dafür stehe noch nicht fest, sagte der Sprecher. "Rund 80 Prozent der Teile für die Fahrzeuge sollen direkt aus Indien bezogen werden, um auch das Preisniveau des indischen Marktes zu treffen."

Joint Venture im April gegründet

Später ist auch eine Produktion von Lkw zum Export in andere Schwellenländer geplant. Wie viele Fahrzeuge dafür gebaut werden sollen, wollte der Sprecher nicht sagen. Chennai ist die viertgrößte Stadt Indiens und die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu. Zuletzt waren noch drei Standorte für das Werk in Indien im Rennen, die Namen der anderen beiden Orte wollte Daimler nicht nennen. Die Daimler AG und die indische Hero Group hatten das Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Nutzfahrzeugen im April 2008 gegründet. Das Gesamtvolumen des Joint Ventures, an dem Daimler mit 60 Prozent die Mehrheit hält, soll in den kommenden fünf Jahren 700 Millionen Euro betragen. Etwa 220 Millionen Euro will die Stuttgarter Daimler AG investieren.

Der von der Familie Munjal gegründete Mischkonzern Hero erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von mehr als vier Milliarden US-Dollar (2,5 Milliarden Euro). Das Joint Venture von Hero und Honda^gilt als der weltgrößte Motorradhersteller. Daimler hatte erst im September bekannt gegeben, mit dem indischen Unternehmen Sutlej Motors Busse zu bauen. In einer eigenen Fabrik in der westindischen Großstadt Pune werden zudem Mercedes-Benz-Pkw für den indischen Markt montiert. (mhz/dpa)

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