Wirtschaft : Nutzfahrzeuge legen zu

AUBRUN HILLS (fmd/HB)."Alles läuft prima" - auf diesen Nenner bringt Jürgen Schrempp, der Vorstandschef der Daimler-Benz AG, die Vorbereitungen für die Fusion mit der Chrysler Corp.in Auburn Hills/USA.Am 18.September werden die Aktionäre beider Unternehmen über den Zusammenschluß entscheiden.Auch die Zusammenführung der beiden Unternehmenskulturen bereitet Schrempp kein Kopfzerbrechen: "Ich habe ein gutes Gefühl."

Daimler-Benz wird mit Mercedes-Benz, Smart, Setra (Omnibusse), Freightliner und Sterling (Nutzfahrzeuge) mindestens fünf Marken einbringen.Sechs könnten es werden, wenn noch vor der Fusion die Entscheidung für das Luxusgefährt Maybach fällt.Ende des Jahres will Daimler-Benz auch eine Entscheidung über eine Übernahme des japanischen Nutzfahrzeugherstellers Nissan Diesel Corp.treffen.

Das jüngste Markenkind ist der "Sterling".So taufte Daimler-Benz das von Ford Ende 1997 übernommene Schwerlastwagengeschäft in den USA.Die neugegründete Sterling Truck Corp.hat ihren Sitz in Willoughby/Ohio.Produziert werden die Fahrzeuge jedoch in einem Werk im kanadischen St.Thomas, in das Daimler 68 Mill.Dollar investierte.Im laufenden Jahr sollen 12 000 Einheiten vom Band laufen.Für 1999 sind 20 000 Fahrzeuge geplant.In der Region USA und Kanada vertraut Daimler-Benz allein auf seine 1981 erworbene Tochter Freightliner.Aus einem Nischenanbieter hat sich im Laufe der Zeit der Marktführer für schwere Lkw ab 15 Tonnen in Nordamerika entwickelt, der 1997 mit 10 560 Mitarbeitern einen Umsatz von fast 10 Mrd.DM erzielte.

Die gesamte Nutzfahrzeugsparte des Daimler-Benz-Konzerns legte in den ersten sechs Monaten kräftig zu.Der Umsatz erhöhte sich um knapp 20 Prozent auf mehr als 21 Mrd.DM, der Absatz stieg um 19 Prozent auf nahezu 229 000 Fahrzeuge.Statt "über 40 Mrd.DM" wird 1998 nun mit einem Umsatz von 45 Mrd.DM und einem Absatz von 450 000 Einheiten gerechnet.

Der Daimler-Nutzfahrzeugsparte gelang 1997 nach langer Durststrecke der Sprung in die schwarzen Zahlen.Im vergangenen Jahr konnte bei einem Umsatz von 39,1 (31,7) Mrd.DM ein Operating Profit von 0,5 Mrd.DM erzielt werden.Verkauft wurden weltweit 417 400 (348 100) Nutzfahrzeuge.Daimler-Benz ist bei Lkw ab 6 Tonnen und Omnibussen ab 8 Tonnen der weltweit größte Hersteller.Gleichwohl entspricht die Rendite auf das eingesetzte Kapital in der Nutzfahrzeugsparte noch längst nicht den Anforderungen von 12 Prozent.Dieses Ziel soll 1999 erreicht werden.Trotz Marktführerschaft ist es Daimler-Benz in Europa lange Zeit nicht gelungen, schwarze Zahlen mit den schweren Lkw zu schreiben.Erstmals soll "Lkw Europa", einer von sieben Geschäftsbereichen der Nutzfahrzeugsparte, 1998 einen positiven Beitrag zum Ergebnis leisten.

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