Wirtschaft : O & K sucht Partner für Baumaschinen-Geschäft

BERLIN (mot).Die Orenstein & Koppel AG (O & K) hofft, noch in diesem Jahr einen industriellen Partner für ihr Baumaschinengeschäft zu finden.Der O & K-Mehrheitsaktionär, die Fried.Krupp AG Hoesch-Krupp, führe derzeit intensive Verhandlungen über eine Veräußerung ihrer Mehrheitsbeteiligung an ein weltweit aktives Industrieunternehmen der Branche, erklärte O & K-Vorstandsvorsitzender Peter Müller-Eschenbach am Montag auf der Hauptversammlung der Gesellschaft in Berlin.Einen Namen nannte der Vorstandschef "aus strategischen Gründen" nicht.Sollten die Gespräche wie erwartet bis zum Jahresende abgeschlossen sein, würde O & K "dem Verdrängungswettbewerb in Europa mit seinen Überkapazitäten und dadurch verursachten Preiskämpfen in attraktivere, wachsende Märkte ausweichen können", sagte Müller-Eschenbach.Im Rahmen der Restrukturierung des Unternehmens, das in der Vergangenheit bereits sein Rolltreppen-Geschäft und die Mining-Sparte veräußert hatte, könnten in dem neuen Verbund "zusätzliches Geschäftsvolumen in außereuropäischen Märkten" erschlossen werden.Der O & K-Markenname und die eigene Produktion blieben erhalten.

Unterdessen trägt die Sanierung des Baumaschinenherstellers offenbar Früchte.Im ersten Halbjahr 1998 stieg der Auftragseingang den Angaben zufolge um fünf Prozent auf gut 400 Mill.DM, der Umsatz kletterte um vier Prozent auf 374 Mill.DM.Das Ergebnis vor Steuern habe "im Rahmen der Erwartungen" bei minus 28 Mill.DM gelegen, eine Verbesserung um elf Mill.gegenüber dem operativen Ergebnis im Vorjahreszeitraum.Der Auslandsanteil am Umsatz betrug 47 Prozent.Ende Juni beschäftigte O & K weltweit 2303 Mitarbeiter, davon 383 im Ausland.Zum gleichen Vorjahresstichtag wurden 435 Beschäftigte mehr gezählt.Auch für das zweite Halbjahr 1998 rechnet O & K mit einem negativen Ergebnis.Der derzeit gute Auftragsbestand und die wachsende Nachfrage nach Baumaschinen in einigen westeuropäischen Ländern sprächen aber dafür, daß man die bereits verbesserte Geschäftsentwicklung anschließen könne.

Der Optimismus des Vorstands wurde von Aktionärsvertretern nicht geteilt.Der seit Jahren betriebene Verkauf von Unternehmenssparten gleiche einem Notverkauf."Bei O & K war es immer fünf vor zwölf - das Unternehmen ist nie über diesen Punkt hinausgekommen", so ein Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Im Geschäftsjahr 1997 erreichte O & K einen Umsatz von 1,12 Mrd.gegenüber 1,14 Mrd.DM im Vorjahr.Das negative Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde um 16 Mill.auf minus 34 Mill.DM zurückgeführt.Wegen eines außerordentlichen Ertrags aus der Veräußerung der Mininggeräte-Aktivitäten an die amerikanische Terex-Gruppe betrug der Konzern-Jahresabschluß dennoch acht Mill.DM.

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