Wirtschaft : Obama will Reiche rannehmen Bushs Steuerkürzungen sollen gestrichen werden

Washington - US-Präsident Barack Obama will die unter seinem Vorgänger George W. Bush eingeführten Niedrigsteuern für Reiche abschaffen. Es gehe ihm nicht darum, wohlhabende Bürger zu bestrafen, sagte Obama am Mittwoch in einer kämpferischen Wirtschaftsrede in Cleveland (Ohio), die mit Angriffen auf die Opposition gespickt war. Aber das Land könne sich die 700 Milliarden Dollar einfach nicht erlauben, die eine Beibehaltung dieser Steuerkürzungen in den nächsten 10 Jahren kosten würde.

   Dagegen will Obama die Steuererleichterungen für die Mittelklasse – Bürger mit einem Jahreseinkommen bis zu 250 000 Dollar – in Kraft lassen. Dies sei die Bevölkerungsgruppe, deren Löhne und Gehälter in der vergangenen Dekade gelitten hätten, sagte Obama. Das seien auch diejenigen, die ihr Geld am ehesten für tägliche Notwendigkeiten ausgeben und damit die Wirtschaft als Ganzes stärken würden.

Vor allem angesichts der Kongresswahlen in zwei Monaten ist das Thema Steuern in den USA zum heißen Eisen geworden. Die oppositionellen Republikaner wollen Bushs Steuererleichterungen fortschreiben. Alles andere wäre Gift für die flaue US-Konjunktur, argumentieren sie. Obama und die Demokraten setzten dagegen stärker auf Konjunkturprogramme. So schlug Obama erneut ein 50-Milliarden-Dollar-Programm zum Infrastrukturausbau vor. Das Geld soll innerhalb der nächsten sechs Jahre zum massiven Ausbau von Straßen, Eisenbahnlinien und Flughäfen eingesetzt werden und Arbeitsplätze schaffen. Der Präsident setzte sich außerdem für dauerhafte und großzügigere Steuererleichterungen für Unternehmen in den Bereichen Forschung und Innovation ein.

Derweil mehren sich die Zeichen für eine Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums. Vor allem an der Ostküste und im Mittleren Westen sei die Konjunkturerholung ins Stocken geraten, teilte die US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch mit. dpa/rtr

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