Oberste US-Gericht entscheidet : Patente auf menschliches Erbgut nicht zulässig

In einer Grundsatzentscheidung untersagte das Oberste Gericht der USA am Donnerstag Patente auf menschliches Erbgut. Ein natürlich auftretendes Teil der DNA sei ein „Produkt der Natur“ und auch dann nicht patentierbar.

Natürliche menschliche Gene dürfen nach einem wegweisenden US-Gerichtsurteil nicht von Unternehmen patentiert werden. Das entschied am Donnerstag der Oberste Gerichtshof in Washington mit einstimmiger Mehrheit seiner Richter. Das Verbot gelte aber nicht für künstlich hergestelltes genetisches Material. Das Urteil wurde von Experten daher als Kompromiss für die Biotechnik-Industrie gewertet.

Ein natürlich auftretendes Teil der DNA sei ein „Produkt der Natur“ und auch dann nicht patentierbar, wenn es isoliert wurde, heißt es in dem Urteil. Der Fall drehte sich darum, dass der US-Firma Myriad Patente für zwei isolierte Brustkrebs-Gene zugesprochen worden waren, die bei der Diagnose genetisch bedingter Brustkrebsgefahr helfen sollen. Die Firma brachte entsprechende Tests auf den Markt.

Der Supreme Court lobte die Entdeckung des Unternehmens als bahnbrechend und wichtig. Aber das reiche als Grundlage für ein Patent nicht aus. (dpa)

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