Wirtschaft : Obst ist häufiger zu teuer

Einzelhandel gibt billige Preise oft nicht weiter / 6.Fruit Logistica

BERLIN (val).Wenn der Apfel nicht weit vom Stamm verkauft wird, mag er billiger geworden sein, nicht aber im Supermarkt um die Ecke.Der deutsche Einzelhandel gibt Preisvorteile bei Obst und Gemüse auf den Vorstufen nicht unbedingt an die Verbraucher weiter, wie die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle jetzt schätzt.Darum aber könnten die Preise Angebot und Nachfrage nicht mehr richtig ausgleichen, sagte Wilhelm Ellinger von der Markt- und Preisberichtsstelle am Montag in Berlin kurz vor Beginn der Fachmesse Fruit Logistica bei der Grünen Woche (16.bis 25.Januar).So sei zum Beispiel auf dem Apfelmarkt der Preis ab Produktionsgebiet für die Sorte Jonagold im letzten Jahr von Januar bis April um 30 Prozent gesunken, die Einzelhandelspreise aber hätten sich nicht verändert. Die Fruit Logistica ist die führende Fachmesse für Früchte und Gemüse und expandiert.Zum sechsten Mal stellen Firmen ihre Produkte von der Saat bis zur Präsentation in den Einkaufsregalen.In diesem Jahr präsentieren sich rund 262 Firmen (Vorjahr 192) aus 23 Ländern (Vorjahr 21) auf rund 50 Prozent mehr Nettofläche als im Vorjahre vom 15.bis zum 17.Januar auf dem ICC-Gelände.Unter den 156 ausländischen Vertretern sind erstmals Firmen aus Bolivien, Brasilien, Ghana und Kolumbien dabei. Den deutschen Fruchthandel repräsentieren 106 Aussteller.Seine rund 3 300 Betriebe setzten im letzten Jahr 28,2 Mrd DM um.Im Vorjahr waren es 3500 Betriebe mit 26 Mrd.DM gewesen.Die Zahl der Firmen ist auch deswegen geschrumpft, weil im Lebensmitteleinzelhandel ein starker Konzentrationsprozeß im Gange ist.Daß sie trotzdem mehr umsetzten, hängt aber auch damit zusammen, daß der der Umsatz an Kartoffeln in diesem Jahr - im Gegensatz zum letzten - mitberücksichtigt worden ist. Erstmalig bietet die Fruit Logistica Fachbesuchern aus Mittel- und Osteuropa in diesem Jahr auch die Gelegenheit, sich beraten zu lassen oder Kontakte zum Fruchthandel zu knüpfen.Neben dem Kooperationsbüro der Deutschen Wirtschaft stehen ihnen dazu Branchenvertreter aus Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien zur Verfügung.Auf dem deutschen Frucht- und Gemüsemarkt spielen osteuropäische Länder bisher eine bescheidene Rolle. Ellinger zufolge ist Deutschland der größte Importeur von Obst und Gemüse weltweit.Nach einer Studie von 1997 werden etwa 4,2 Millionen Tonnen Obst und 2,09 Millionen Tonnen Gemüse importiert, ferner erzeugt und vermarktet die Bundesrepublik 850 000 Tonnen Obst und 1,2 Millionen Tonnen Gemüse pro Jahr für den Frischmarkt.Die wichtigsten Obstimporteure sind Spanien und Italien, die im wesentlichen Zitrusfrüchte, Bananen, Äpfel und Weintrauben liefern.Gemüse - Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Salate - kommt vor allem aus den Niederlanden, Spanien und Italien.1997 haben sich die geringeren Haushaltseinkommen negativ auf den Markt für frisches Obst und Gemüse ausgewirkt.Während es bei Obst einen Rückgang um etwa vier Prozent gab, ist die Nachfrage nach Gemüse stagniert.

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