Wirtschaft : Öffentliche Hand: Durch effizienteren Einkauf könnten 50 Milliarden Mark gesparen werden

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Im Beschaffungswesen der Öffentlichen Hand gibt es große Potenziale für einen effizienteren und vor allem kostengünstigeren Einkauf. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Beraterfirma Booz, Allen & Hamilton im Auftrag des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME). Sie wurde am Dienstag in Berlin vorgestellt.

"Das Einkaufsvolumen der öffentlichen Hand beträgt insgesamt 500 Milliarden Mark jährlich", sagte René Perillieux, Geschäftsführer von Booz, Allen & Hamilton. "Zehn bis 15 Prozent könnten eingespart werden - und das ist eine konservative Schätzung". Zehn Prozent - das würde ein jährliches Einsparpotenzial von 50 Milliarden Mark bedeuten, immerhin die Hälfte der UMTS-Auktionssumme.

Defizite identifiziert die Studie etwa im Bereich Global Sourcing, also beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen auf dem internationalen Markt. "Nur zehn Prozent aller Aufträge werden vom Ausland übernommen", sagte Ayse Altindag, Beraterin bei Booz und Autorin der Studie. Ein anderes Beispiel betrifft das so genannte E-Procurement: "Es gibt ein erhebliches Verbesserungspotenzial beim Einkauf über das Internet", sagte Perillieux. Während die Privatwirtschaft schon seit langem auf zahlreichen elektronischen Marktplätzen einkauft, bleibt diese Möglichkeit von der öffentlichen Hand bisher weitgehend ungenutzt. "So könnte ich auf Anhieb kein Krankenhaus nennen, dass die Möglichkeiten des elektronischen Einkaufs nutzt", sagte Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des BME.

Ein weiteres Beispiel betrifft das Einkaufsbuch für die öffentliche Hand in Deutschland, das "Beschaffungsbuch" von der Wegweiser GmbH Berlin, dessen Beiratsvorsitzender Klaus von Dohnanyi ist. Das Einkaufsbuch soll im nächsten Jahr zusätzlich in elektronischer Form vorliegen. "Da heute amerikanische Technologie- und Marktplatzanbieter zunehmend in den europäischen Markt drängen und auch bestehende Lieferantenbeziehungen mitbringen, sollte Deutschland als größter Beschaffungsmarkt Europas dazu beitragen, dass deutschen und europäischen E-Commerce-Anbietern eine wachsende Rolle zukomme", sagte von Dohnanyi.

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