Öffentlicher Dienst : Verdi fordert acht Prozent mehr Gehalt

Die Tarifverhandlungen für Landesangestellte beginnen. Berlin und Hessen sind nicht dabei.

Hannes Heine

Berlin - Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund fordern acht Prozent mehr Lohn und Gehalt für die rund 800 000 Beschäftigten der Bundesländer. Mindestens müsse aber jeder Landesbedienstete 200 Euro im Monat erhalten, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Dienstag in Berlin. Die Vergütung für die Auszubildenden solle um 120 Euro steigen. Bsirske hatte Abstriche wegen der Konjunkturkrise abgelehnt – selbst auf dem Höhepunkt des Booms habe es für die Beschäftigten Reallohnverluste gegeben.

Im März hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber der bei Bund und Kommunen Beschäftigten auf Lohnsteigerungen von acht Prozent – verteilt auf zwei Jahre – geeinigt. Eine Krankenschwester in einer kommunalen Klinik verdiene im Schnitt monatlich 2311 Euro, sagte Beamtenbund-Chef Peter Heesen, eine Schwester in einer landeseigenen Uni-Klinik hingegen nur 2195 Euro. Für Berlin und Hessen wird nicht verhandelt: Die beiden Bundesländer sind aus der Tarifgemeinschaft der Länder ausgetreten.

Die erste Gesprächsrunde für den neuen Tarif findet am 19. Januar in Berlin statt. Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), lehnte acht Prozent mehr Lohn ab. „Das können wir nicht bezahlen“, sagte Möllring unmittelbar nach Bekanntgabe der Verdi-Forderung: Die Gewerkschaften müssten angesichts leerer Kassen bei den Bundesländern „Vernunft“ walten lassen. Anfang des Jahres hatten die Landesbediensteten 2,9 Prozent mehr Lohn für 2008 erhalten. Vor drei Jahren streikten die Landesbediensteten drei Monate lang. Damals ging es nicht nur um Geld, sondern auch um Arbeitszeiten. Diesmal wolle man eine weitestgehend einheitliche Bezahlung von Beschäftigten bei Bund und Kommunen auf der einen Seite und Ländern auf der anderen erreichen, teilte Verdi mit.hah

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