Öffentlicher Dienst : Warnstreiks legen Frankfurter Nahverkehr lahm

Es geht um fünf Prozent mehr Geld für die Beschäftigten in den Kommunen. Um diesem Ziel Nachdruck zu verleihen, ruft die Gewerkschaft Verdi zum Ausstand auf - offenbar mit Erfolg: Busse und Bahnen bleiben vielerorts in den Depots.

Frankfurt/SaarbrückenAm dritten Tag des Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehörten Frankfurt und Saarbrücken zu den ersten Städten, die von den Aktionen betroffen waren. In Frankfurt fuhren am Freitag weder U- noch Straßenbahnen. In Saarbrücken traten die Mitarbeiter der Müllabfuhr und der Straßenreinigung in den Ausstand.

Von den Warnstreiks in Frankfurt seien tausende Pendler betroffen, sagte der Sprecher der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft traffiq, Klaus Linek, am Morgen. "Die U-Bahn ist mit das Rückgrat des städtischen Nahverkehrs - das wird sich auswirken." Außerdem würden 16 von 49 Buslinien der Stadt nicht fahren.

"Unser Streikaufruf wurde zu 100 Prozent befolgt", sagte Michael Blug von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am frühen Morgen in Saarbrücken. Mit dem Beginn der Frühschicht hätten die rund 500 Beschäftigten ihre Arbeit niedergelegt. Die Warnstreiks sollen bis Mitternacht dauern.

Kommunen weisen Forderung zurück

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi soll der Schwerpunkt der Warnstreiks am Freitag neben Hessen und dem Saarland auch in Sachsen-Anhalt und Sachsen liegen. Neben dem Nahverkehr sollen unter anderem auch Bürgerämter, Kindertagesstätten und Kfz-Zulassungsstellen bestreikt werden. Am Donnerstag hatten sich nach Angaben von Verdi bereits etwa 52.000 Beschäftigte von Bund und Kommunen an den Warnstreiks beteiligt.

Verdi fordert für sie fünf Prozent mehr Geld und bessere Ausbildungsvergütungen. Die zweite Runde in den Tarifverhandlungen war am Montag in Potsdam ergebnislos vertagt worden. Die Kommunen weisen die Forderungen als zu hoch zurück. (sf/dpa)

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