Wirtschaft : Öffnung des Gasmarktes: Bundeskartellamt genehmigt die Fusion von RWE und VEW

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Aus dem ostdeutschen Energieversorgungsunternehmen Veag soll nach dem Willen des Bundeskartellamtes ein bedeutender Wettbewerber auf dem deutschen Strommarkt auf allen Marktstufen werden. Dies gehört zu den Auflagen, unter denen die Wettbewerbshüter die Fusion von RWE und VEW zum größten privaten Stromversorger Europas formell freigegeben haben, wie Kartellamtspräsident Ulf Böge mitteilte. RWE und die aus Veba und Viag hervorgegangene E.ON müssen ihre Beteiligungen an der Veag und deren Braunkohle-Vorlieferantin Laubag veräußern, ebenso die Anteile an dem ostdeutschen Regionalversorger Envia. Die drei Unternehmen sollen unter der Aufsicht des Kartellamtes an "ein und denselben Dritten" verkauft werden. Außerdem wurde die RWE verpflichtet, der Veag in sinkender Menge bis zum Jahr 2007 Strom abzukaufen.

RWE und E.ON zusammen beherrschen künftig als Duopol 80 Prozent des deutschen Strommarktes. Böge sagte, unter diesen Umständen wäre die Genehmigung der Fusion nicht möglich gewesen, weil dadurch die Vorteile der Marktöffnung im Strommarkt sofort wieder aufgezehrt worden wären. Weitere Auflagen betreffen die Bereiche Gas und Entsorgung. Die RWE muss ihre Anteile an der Spreegas und an der Dresdener Gasco verkaufen. Die von der RWE mitbeherrschte Thyssengas und die VEW-Tochter WFG müssen den Zugang zu ihren Leitungsnetzen in Nordrhein-Westfalen verbessern. Um eine marktbeherrschende Stellung der RWE auf dem Entsorgungssektor in Nordrhein-Westfalen zu verhindern, muss die RWE ihre Anteile an der Entsorgung Dortmund vollständig und an der Müllverbrennungsanlage Hamm weitgehend veräußern. Die VEW müssen ihre Anteile an der Kölner Interseroh verkaufen.

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