Wirtschaft : Öffnung des Gasmarktes: Verbändevereinbarung - der Gasmarkt ordnet sich selbst

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Eine Verbändevereinbarung ist wie eine Straßenverkehrsordnung. Sie beinhaltet die Regeln, nach denen sich die Teilnehmer im Verkehr zu bewegen haben. Einziger Unterschied: Im Gas-, wie vorher auch schon im Strommarkt, haben sich die Betroffenen selbst auf den Inhalt des Regelwerkes geeinigt. Statt eines staatlichen Verkehrspolizisten (oder einer Markt-Regulierungsbehörde) ordnet sich der Gasmarkt selbst. Hintergrund ist die im kommenden August in Kraft tretende EU-Richtlinie für die Öffnung der Gasmärkte in Europa. Die freiwillige Verbändevereinbarung soll das Erdgas-Leitungsnetz für neue Anbieter öffnen und die Durchleitung einschließlich der Entgelte dafür regeln. Sie gilt zunächst nur für Großkunden und ist auf ein Jahr befristet. Entsprechende Regeln für Privathaushalte sollen innerhalb eines Jahres folgen. Weil die Abnahmemengen bei Kleinkunden nur im Umfang und nicht in ihren tageszeitlichen Schwankungen gemessen werden, müssen sich die Marktteilnehmer vorher noch auf so genannte Lastprofile (vereinheitlichte Abnahmemengen zu den unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten) einigen. Die Vereinbarung wurde vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), vom Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) und dem Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) ausgehandelt. Allgemeiner Grundsatz ist, dass der Netzzugang nach objektiven, transparenten und nicht-diskriminierenden Kriterien für Erdgasunternehmen und Kunden gewährt werden soll. Unterschiedliche Gasqualität darf kein Ablehnungsgrund für Durchleitung sein. Differenzen zwischen Ein- und Ausspeisung werden geregelt. Angestrebt werden flexible Laufzeiten bei Netzzugangsverträgen.

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