Wirtschaft : Öko-Aktien: Fondsmanager entdecken die Umwelttechnologien

ant

Die Investition in Umwelttechnologien hat sich vom Steckenpferd der Anti-Atomkraft-Aktivisten zum Erfolgstipp an der Börse gemausert. Zu den wenigen Neuemissionen, die sich bisher dem Abwärtsstrudel des Neuen Marktes entziehen konnten, zählen in erster Linie Öko-Titel wie Farmatic, ein Biomasse-Spezialist. Die Politik der rot-grünen Regierung unterstützt den Trend. Und selbst Ölkonzerne wie Shell investieren in Solarkraft und andere regenerative Energiequellen.

Mit dem von Union Investment im April aufgelegten Umweltfonds "Uni Sector Naturetech" sollen die Anleger an diesem Branchenwachstum teilhaben. Da dem Höhenflug oft Durststrecken folgen, rät Fondsmanager Thomas Deser jedoch nur langfristig orientierten Anlegern zum Kauf des Produktes. Mindestens 51 Prozent der Fondsgewichtung entfallen auf Unternehmen, die ausschließlich von Umwelttechnologien leben. Damit sind die in diesem Bereich forschenden Energiekonzerne im Vergleich zu den risikoträchtigen Start-ups in Desers Fonds unterrepräsentiert. Breiter gefächert ist ein Konkurrenzprodukt von der Schweizer UBS: Der "Eco Perfomance"-Fonds investiert in die Gesellschaften, die innerhalb ihrer Branche die beste ökologische Leistung erbringen. Im Portfolio findet sich auch Unilever, obwohl sich der Lebensmittelkonzern nur in Teilbereichen der Ökologie verschrieben hat.

Die Anlage in die von Union-Manager Deser bevorzugten Wachstumsunternehmen birgt auch ein hohes Risiko. Schließlich hat der Neue Markt innerhalb von einem Jahr gut 70 Prozent an Wert eingebüßt. Während aber viele der an der Börse abgestraften Internet- und Softwareunternehmen bereits vor dem Platzen der Spekulationsblase für die kommenden Jahre Umsatzwachstum ohne Rücksicht auf Verluste angekündigt hatten, sind Desers Favoriten heute schon profitabel. Das größte Potenzial traut er den bereits marktreifen Technologien Wasseraufbereitung und Windenergie zu. Deshalb ist er unter anderem in dem M-Dax-Wert Wedeco engagiert. Die Papiere der auf die Wasseraufbereitung mittels UV-Licht spezialisierten Gesellschaft gelten auch als interessante Einzelaktien. Die Analysten von Independent Research etwa sehen die Papiere mit 37,50 Euro zwar als fair bewertet an. Langfristig orientierte Anleger sollten jedoch künftige Kursschwächen für den Einstieg nutzen, sagen die Experten.

Die Brennstoffzelle, die als einer der wichtigsten Energieträger der Zukunft gilt, ist Deser zufolge noch lange nicht konkurrenzfähig. Unternehmen wie die an der Nasdaq notierte Ballard Power Inc. steckten die Investorengelder in Forschungsprojekte, für die es noch keinen Absatzmarkt gibt: "Ähnlich wie bei den Biotechnologiefirmen kann deshalb der Kursexplosion leicht der Absturz folgen", warnt er.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben