Öko-Studie : Deutsche Autos werden sauberer

Japanische Modelle liegen beim Umweltranking des Verkehrsclubs Deutschland weiter vor der heimischen Konkurrenz. Doch deutsche Autobauer holen auf.

Christoph Giesen

Berlin - Nach heftiger Kritik an klimaschädlichen Spritfressern „Made in Germany“ haben die deutschen Autokonzerne ihren Rückstand zur japanischen Konkurrenz in puncto Umweltfreundlichkeit verringert. Nach einer Studie des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD), die Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, sind die heimischen Autobauer besonders in der Kompakt- und Familienklasse weit vorne vertreten (siehe Grafik). In der Gesamtwertung liegen aber noch immer die japanischen Hybridmodelle von Honda und Toyota vorne. Neben dem CO2-Ausstoß flossen auch Lärmbelästigung und die Emission anderer Schadstoffe in das Gesamturteil ein.

Auf Platz sieben schnitt der VW-Polo Blue Motion aus deutscher Sicht am besten ab. Mit einem Ausstoß von 99 Gramm CO2 pro Kilometer hatte der Polo sogar die beste CO2-Bilanz im Test. Abstriche gab es, weil der Wolfsburger im Vergleich zur Konkurrenz aus Japan mehr Stickoxide aus dem Auspuff bläst.

„Wir freuen uns natürlich, unter den Top Ten zu sein, haben aber den Anspruch im nächsten Jahr noch ein Stück weiter vorne zu liegen“, sagte VW-Sprecher Hans-Georg Kusznir. Bei der Blue- Motion-Reihe hat Volkswagen den Luftwiderstand des Autos verbessert, das Getriebe optimiert und schmalere Reifen aufgezogen, die den Rollwiderstand senken. „Wir begrüßen, dass die deutschen Autohersteller endlich auch auf verbrauchsarme Pkw setzen. Vorreiter im Klimaschutz sind sie jedoch noch lange nicht“, sagte VCD-Bundesvorstand Hermann-Josef Vogt. Seit 1989 legt der VCD jährlich sein Ranking vor. „Im Schnitt erzeugen deutsche Autos zwischen zehn und 30 Prozent mehr CO2 als die japanischen Spitzenreiter.“ Trotz der neu entdeckten Liebe zur Umwelt dürfe man nicht vergessen, dass deutsche Konzerne immer noch den Absatz von geländegängigen Luxuslimousinen vorantrieben, sagte Vogt.

Seit Beginn der Klimadebatte sei allerdings deutlich zu spüren, dass in der deutschen Reklame nun für umweltfreundliche Technologien geworben werde, sagte Gerd Rosenkranz von der Deutschen Umwelthilfe. Hatte der Verband der Autoindustrie (VDA) dem VCD in der Vergangenheit noch „billige Propaganda“ und einen „Realitätsverlust“ vorgeworfen, zeigte sich der Industrieverband nun versöhnlich. „Wir begrüßen die Aussagen des VCD“, sagte ein VDA-Sprecher. Besonders erfreulich sei, dass die deutschen Marken in der Kompaktklasse und bei den Familienautos mit sechs beziehungsweise sieben Fahrzeugen unter den Top Ten vertreten seien.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben