Wirtschaft : „Öko-Test“ warnt vor Gebührenfalle Pfändungsschutzkonten teurer als Girokonten

Frankfurt am Main - Knapp ein halbes Jahr nach der Einführung hat sich das Pfändungsschutzkonto für Verbraucher in vielen Fällen als Gebührenfalle herausgestellt. Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung der Zeitschrift „Öko-Test“ ergab, zahlen die Nutzer des sogenannten P-Kontos in mehr als der Hälfte der 159 untersuchten Fälle jeden Monat im Schnitt fünf bis sechs Euro mehr als für ein Girokonto. Außerdem gibt es demnach in fast allen Fällen Einschränkungen der Zahlungsfunktionen.

Verbraucher können sich seit dem 1. Juli ein P-Konto einrichten, das einen monatlichen Mindestbetrag von 985,15 Euro schützt. Gläubiger, denen Verbraucher noch Geld schulden, bekommen keinen Zugriff auf dieses Geld. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte nun eine gesetzliche Klarstellung. „Die Bundesjustizministerin muss aktiv werden. Verbraucher dürfen beim Umstieg auf ein P-Konto nicht mehr bezahlen als vorher“, erklärte Vorstand Gerd Billen.

Bei den Onlinekonten kosteten 43 der untersuchten 71 Angebote nach der Umstellung mehr. Bei den Filialkonten wurden 38 der 88 untersuchten Kontomodelle teurer. Die Mehrkosten lagen im günstigsten Fall bei wenigen Cent, aber auch Aufschläge von zehn bis zwanzig Euro pro Monat seien keine Seltenheit. „Öko-Test“ fragte bei 194 Banken die Preise für Giro- und P-Konten ab. 125 Banken hätten eine Teilnahme abgelehnt, so dass 159 Kontomodelle von 69 Banken untersucht wurden.AFP

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