Wirtschaft : Ökobank: Das alternative Geldhaus ist gescheitert und muss seine Eigenständigkeit aufgeben

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Zwölf Jahre nach ihrer Gründung wird die Ökobank ihre Eigenständigkeit verlieren. Weil das alternative Geldhaus allein keinen Ausweg aus der Ende vergangenen Jahres aufgedeckten schweren Finanzkrise findet, wird sie sich mit der Bochumer GLS Gemeinschaftsbank, dem ältesten ethisch-ökologischen Geldhaus in Deutschland, zusammenschließen. Das genaue Konzept soll bis Herbst ausgearbeitet werden, dann sollen die Mitglieder der beiden Genossenschaften der Fusion zustimmen.

"Wir haben damit die beste Lösung für unsere schwierige Lage gefunden", sagte Ökobank-Sprecherin Jutta Gelbrich am Mittwoch. Durch die Vereinbarung mit der 1974 gegründeten GLS hat die Ökobank endlich wieder ein Vorstandsmitglied. Wegen der durch drei Groß-Kreditausfälle aufgetretenen Schieflage von rund 17 Millionen Mark im vergangenen Jahr muss die Ökobank die Unterstützung des Sicherungsfonds des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbank (BVR) in Anspruch nehmen. Dies aber erfordert, dass die alten Vorstandsmitglieder abgelöst und ersetzt werden. "Auf die Schnelle haben wir keine neuen Vorstände gefunden, jetzt hilft uns die GLS aus der Patsche", sagt Gelbrich. Seit 15. Juni ist GLS-Vorstandsmitglied Thomas Jorberg zugleich Vorstandsmitglied der Ökobank. Damit kann endlich ein Sanierungsvertrag mit dem Sicherungsfonds abgeschlossen und die Ökobank die notwendige finanzielle Unterstützung erhalten. Der Name Ökobank werde aber wohl kaum verschwinden, glaubt Gelbrich.

Mit rund 30.000 Kunden, knapp 90 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 410 Millionen Mark ist die Ökobank größer als die GLS, die 20.000 Kunden, rund 60 Mitarbeiter zählt und Ende 1999 eine Bilanzsumme von 329 Millionen Mark aufwies. Die Ökobank Genossenschaft soll unabhängig von der Fusion weiter bestehen und auch in Zukunft für die Unternehmensgruppe Öko mit dem Öko-Fonds Ökovision, dem Beratungsunternehmen Ökonsult und der Ökofinanz zuständig bleiben.

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