Wirtschaft : Ökostrom deckt im Jahr 2013 ein Viertel des Verbrauchs

Berlin - In sechs Jahren wird Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser und Sonne gut 25 Prozent des gesamten Bedarfs in Deutschland decken – im Vergleich zu knapp 14 Prozent heute. Das ist das Ergebnis der jüngsten Prognose des Verbands der Netzbetreiber (VDN), die am Mittwoch in Berlin vorab präsentiert wurde. „Die erneuerbaren Energien haben inzwischen einen wichtigen Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland. Dieser wird absehbar weiter ansteigen“, sagte VDN-Präsident Hans-Otto Röth.

Doch die Branche fordert mehr Unterstützung der Politik für den Netzausbau. Um vor allem die wachsenden Mengen an Windenergie aufnehmen zu können – 2008 sollen auch die ersten Anlagen auf See in Betrieb gehen –, müssten allein bis 2015 etwa 850 neue Trassen-Kilometer Hochspannungsleitungen für 1,1 Milliarden Euro gebaut werden. Denn der Windstrom wird zum Großteil nicht da erzeugt, wo die Verbraucher sitzen. Insgesamt seien Investitionen mit einem Volumen von 40 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 notwendig. Doch bei den Genehmigungsverfahren fühlt sich die Branche allein gelassen. „Die Abgeordneten können nicht im Bundestag für mehr Strom aus Windkraft stimmen, aber, wenn sie dann im Wahlkreis sind, sagen: Eine 400 Kilovolt-Leitung darf es hier nicht geben“, sagte Röth. Verzögere sich der Netzausbau, bedeute das, dass Windkraftanlagen häufiger heruntergefahren werden müssen.

Auch die bisherigen Pläne der Regierung zur schärferen Preisregulierung der Netzbetreiber kritisierte Röth. Die Vorgaben seien aktuell zu hart und schreckten vor Investitionen ab. hop

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