Wirtschaft : Öl-Konzern BP verdient wieder Milliarden

Doch die Strategie überzeugt Investoren nicht

London - Der britische Ölkonzern BP findet auch ein Jahr nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nicht auf seine frühere Erfolgsspur zurück. Zwar erzielte der Konzern im zweiten Quartal nach einem Verlust von fast 17 Milliarden Dollar im Vorjahr wieder einen Gewinn von mehr als fünf Milliarden Dollar. Anleger vermissen jedoch eine Strategie, die auch künftig sprudelnde Ölgeschäfte sichert.

Die gescheiterte Kooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosneft für die Ölförderung in der Arktis hat zuletzt Fragen aufgeworfen, wo der Konzern andere Lagerstellen ausbeuten kann. Die Förderung war im zweiten Quartal um elf Prozent auf 3,43 Millionen Barrel Öläquivalente täglich zurückgegangen. BP teilte mit, Wartungsarbeiten an einigen Plattformen in der Nordsee und in Angola sowie andauernde Ausfälle im Golf von Mexiko hätten im abgelaufenen Quartal die Produktion belastet. Dieser Effekt werde sich auch im zweiten Halbjahr auswirken. Die Anleger reagierten am Dienstag mit Verkäufen auf die Zahlen. BP-Chef Bob Dudley versuchte die Investoren zu überzeugen, dass BP langfristig Wachstum schaffen wird. Im Fokus stehe, neue Reserven noch in diesem Jahr anzuzapfen, um die Performance 2012 und 2013 zu steigern.

Viele Anleger sind mit der Aktienkursentwicklung von BP unzufrieden. Einige Analysten, Banker und Investoren denken laut darüber nach, ob es für BP nicht das Beste wäre, den Konzern aufzuspalten, um die Bewertung zu verbessern.

BP verkaufte Ölfelder, um mit den Einnahmen die Folgekosten der Katastrophe im Golf von Mexiko zu bezahlen. Der Konzern erhöhte die Schätzungen für die Folgekosten erneut um 500 Millionen Dollar. Allerdings dürfte die Belastung für BP insgesamt sinken, weil Partner rund 1,1 Milliarden Dollar übernehmen. BP taxiert die Kosten für die Schließung des Öllecks an der „Deepwater Horizon“, die Beseitigung der Umweltschäden und die Entschädigung von Betroffenen auf mehr als 41 Milliarden Dollar. rtr

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