Wirtschaft : Öl-Nachfrage steigt langsam – der Preis schnell

-

Paris Der weltweite Ölverbrauch wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) in diesem Jahr nicht so stark steigen wie ursprünglich angenommen. Die IEA rechnet in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht im laufenden Jahr mit einer täglichen Nachfrage von 83,88 Millionen Barrel (je 159 Liter). Im Juni war die IEA noch von 84,3 Millionen Barrel täglich ausgegangen. China bremse mit seiner Preispolitik die Nachfrage, auch der US-Bedarf expandiere mäßiger als angenommen.

Im kommenden Jahr wird der Tagesverbrauch laut IEA im Schnitt um 1,75 Millionen Barrel oder 2,1 Prozent auf 85,62 Millionen Fass steigen. Dabei werde die Nachfrage Chinas um 490000 Barrel oder 7,2 Prozent wachsen. Die Gesamtnachfrage aller OECD-Staaten werde um 410000 Barrel oder 0,8 Prozent zunehmen. Dabei sei mit einem Wachstum in den USA um 1,3 Prozent und einer Stagnation in Europa zu rechnen.

Das Ölangebot wird im kommenden Jahr der Prognose zufolge nur dank der größeren Förderung der Länder außerhalb der OPEC zunehmen. Insgesamt dürften die kartellfreien Staaten ihre Produktion um 1,4 Millionen auf 52,4 Millionen Barrel erhöhen. Russland, das bisher den Löwenanteil der Steigerung getragen habe, werde nur noch mit 30 Prozent zur Mehrproduktion beitragen. Dafür sei mit einer Zunahme der Förderung im Golf von Mexiko, in Kanada, in Aserbeidschan und in Kasachstan zu rechnen.

Die Märkte zeigten sich am Mittwoch mehr von einem neuen Wirbelsturm als von der Prognose beeindruckt. Ein Barrel Opec-Öl kostete am Dienstag 54,31 Dollar, teilte das Opec-Sekretariat am Mittwoch mit. Ein Barrel leichtes US-Öl wurde im elektronischen Handel am Mittwoch mit 60,92 Dollar gehandelt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben