Ölkonzern : Exxon kauft für 41 Milliarden Dollar ein

Der Ölmulti Exxon Mobil will für 41 Milliarden Dollar den amerikanischen Energiekonzern XTO Energy übernehmen. An der Börse sorgte die Nachricht für gemischte Gefühle.

Düsseldorf - Der Ölmulti Exxon Mobil will für 41 Milliarden Dollar den amerikanischen Energiekonzern XTO Energy übernehmen. An der Börse sorgte die Nachricht für gemischte Gefühle. Die Aktien von Exxon, dem weltweit größten börsennotierten Ölkonzern, büßten nach freundlichem Start ein. Die Papiere des Erdgaskonzerns XTO verteuerten sich dagegen um fast 16 Prozent. Für jede XTO-Aktie wird Exxon 0,7098 eigene Aktien zahlen. Nach Firmenangaben entspricht dies einem Aufschlag von 25 Prozent auf den XTO-Kurs vom Freitag. Der Deal, der zudem zehn Milliarden Dollar Schulden des Gasanbieters umfasst, soll im zweiten Quartal nächsten Jahres abgeschlossen werden.

Exxon-Chef Rex W. Tillerson sprach von einer „guten Nachricht“ für die Wirtschaft und für die Energiesicherheit in den USA. XTO Energy gilt als einer der führenden Entwickler von Erdgasen auch unter schwierigen Förderbedingungen. Im Jahr 2008 hatte XTO bei einem Umsatz von insgesamt 7,7 Milliarden Dollar ein Nettoergebnis von 1,9 Milliarden Dollar ausgewiesen.

Exxon Mobil hat in diesem Jahr schrumpfende Gewinne verzeichnet. Im dritten Quartal machte der texanische Ölkonzern aber noch einen Überschuss von 4,7 Milliarden Dollar – allerdings nach 13,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. In dem Ergebnisrückgang spiegelt sich immer noch der Preisrutsch an den Rohölmärkten in diesem Jahr. Mit Beginn der Wirtschaftskrise waren die Rohölnotierungen von Rekordpreisen von fast 150 Dollar je Barrel (159 Liter) auf gut 30 Dollar abgerutscht. Zwar ist der Preis in diesem Jahr wieder auf aktuell rund 72 Dollar gestiegen, doch liegt er damit eben noch weit unter den Höchstpreisen des Vorjahres.

Die Experten der Société Générale (SG) erwarten weiter steigende Öl- und Gaspreise und haben daher die Aktien von Exxon Mobil von Halten auf Kaufen hochgestuft. Die Lage dürfte sich 2010 verbessern und der Markt unterschätze das Wachstumspotenzial der Produktion von Exxon. Zudem soll der Konzern laut SG als weltgrößtes Petrochemie-Unternehmen von einem steigenden Gasverbrauch in Europa profitieren. Exxon selbst rechnet in einem Ausblick bis zum Jahr 2030 mit einem um 35 Prozent höheren Energiebedarf weltweit. rp/HB

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