Wirtschaft : Ölmarkt: Tankstellen erhöhen Benzinpreise

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Die Autofahrer in Deutschland müssen an den Zapfsäulen erneut deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für alle Kraftstoffe sind nach Angaben von Sprechern verschiedener Mineralölkonzerne am Mittwoch flächendeckend um vier Pfennig pro Liter erhöht worden. Mit der neuen Preisrunde hätten die freien Tankstellen am Mittwoch Nachmittag begonnen, sagte ein Esso-Sprecher am Donnerstag in Hamburg auf Anfrage. Anschließend hätten alle großen Mineralölkonzerne ebenfalls die Kraftstoff-Preise um vier Pfennig pro Liter erhöht.

Als Grund für die Anhebung nannte der Esso-Sprecher die hohen Preise am Rotterdamer Ölmarkt. "Bei einem Anstieg der Preise der Vorlieferanten, ist eine vernünftige Kostendeckung nicht mehr gegeben", begründete auch Stephan Zieger, Geschäftsführer beim Bundesverband Freier Tankstellen in Bonn, die Preiserhöhung einiger Mitgliedsunternehmen. Die Marge betrage ohnehin nur wenige Pfennige.

Auch der Mineralölkonzern Deutsche Shell bestätigte die Angaben des Esso-Sprechers in Hamburg. Nach der Erhöhung um vier Pfennig liegt der Durchschnittspreis pro Liter Normalbenzin den Shell-Angaben zufolge bei 2,02 Mark. Der Liter Super koste jetzt im Durchschnitt 2,06 Mark. Für das schwefelärmere Super Plus müsse sogar 2,14 Mark und für den Liter Diesel durchschnittlich 1,66 Mark bezahlt werden.

Auch der Shell-Sprecher betonte, dass die freien Tankstellen mit der Preiserhöhung begonnen hätten. "Das zeigt, dass die Lage völlig desolat ist." Die gesamte Branche gehe "seit Wochen auf dem Zahnfleisch", sagte der Shell-Sprecher weiter. Die Preiserhöhung an den Tankstellen sei überfällig gewesen, weil der Anstieg der Preise am Rotterdamer Ölmarkt "aus kaufmännischer Sicht zur Katastrophe" geworden sei.

In Rotterdam notierte der Preis für unverbleites Normalbenzin am Donnerstagmorgen bei 264 Dollar pro Tonne und lag damit um einen Dollar höher als am Mittwoch. Unverbleites Superbenzin kostete mit 269 Dollar pro Tonne ebenfalls einen Dollar mehr als am Vortag. Ein Barrel - also 159 Liter - der marktführenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete am Donnerstagmorgen in London 26,45 Dollar. Das waren 13 Cent mehr als am Vortagesschluss.

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