Ölpest vor Alaska : Exxon Mobil muss halbe Milliarde Zinsen nachzahlen

Vor 20 Jahren lief der Tanker "Exxon Valdez" vor Alaska auf Grund. Jetzt urteilte ein US-Gericht, dass Exxon Mobil neben einer hohen Millionenstrafe auch Zinsen zahlen muss.

San FranciscoInsgesamt summieren sich die Kosten auf mehr als eine Milliarde Dollar (rund 720 Millionen Euro). Das Gericht bestätigte eine Strafzahlung in Höhe von 507,5 Millionen Dollar. Zudem muss Exxon Mobil rückwirkend zum ursprünglichen Urteil 1996 Zinsen zu einem Satz von 5,9 Prozent zahlen. Laut Anklage entspricht dies etwa 480 Millionen Dollar. Hinzu kommen Berufungskosten in Höhe von rund 70 Millionen Dollar.

Am 24. März 1989 war der Tanker "Exxon Valdez" vor Alaska verunglückt. Es war die schlimmste Ölkatastrophe in der US-Geschichte. Der betrunkene Kapitän Joseph Hazelwood hatte zum Unglückszeitpunkt dem unerfahrenen dritten Offizier das Kommando überlassen. Millionen Liter Rohöl liefen aus und verseuchten rund 2400 Kilometer der Küste. Mindestens 250.000 Seevögel und Tausende andere Tiere starben.

Nach einer jüngsten Bestandsaufnahme von Biologen sind die Folgen der Katastrophe noch immer nicht überstanden. 60.000 Liter Öl belasten die Region noch heute. Die niedrigen Temperaturen in arktischen Gebieten verlangsamen den Abbau der Schadstoffe.

Die Schadenersatzzahlungen waren vor allem für Zehntausende Fischer, Alaskas Ureinwohner und Grundeigentümer bestimmt, die von der Katastrophe schwer getroffen wurden. Allein die Säuberungskosten beliefen sich auf rund 2,5 Milliarden Dollar .

Ein Konzernsprecher erklärte, das Urteil werde geprüft. In vorangegangenen Prozessen hatte der Konzern die ursprüngliche Strafe von fünf Milliarden Dollar auf 2,5 Milliarden Dollar drücken können. Vergangenes Jahr bezeichnete der Oberste Gerichtshof die Summe als exzessiv und senkte sie deutlich auf 507,5 Millionen Dollar.

Exxon Mobil erwirtschaftete im vergangenen Jahr trotz des rapiden Verfalls des Ölpreises ein Rekordergebnis von 45,2 Milliarden Dollar.

ZEIT ONLINE, rf, Reuters

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