Ölpipelines : Marode Leitungen nicht nur bei BP

Die Schäden an den Ölleitungen der BP in Alaska sind offenbar durch Korrosion entstanden. Kein Einzelfall sagen Experten und warnen vor weiteren Schäden bei anderen Gesellschaften und Ölfeldern.

London - Die Korrosionsschäden an Pipelines, wie sie kürzlich im größten Ölfeld der USA in Alaska ans Licht gekommen sind, sind nach Angaben eines britischen Experten weltweit verbreitet. Der Vorsitzende des britischen Chemiker-Verbandes Royal Society of Chemistry, Richard Pike, sagte in einem Interview der Londoner "Times", die Konzerne hielten ihre Schwierigkeiten mit maroden Leitungen generell zurück, weil sie Angst vor der öffentlichen Reaktion hätten. Der britische Konzern BP, der das Ölfeld im Norden Alaskas betreibt, stehe mit seinen Problemen nicht alleine da.

Pike, der 25 Jahre lang als Berater der Ölkonzerne tätig war, sagte weiter, die übliche Lebensspanne von Erdölanlagen betrage 25 Jahre, oft würden die Anlagen aber danach nicht ausgetauscht. Dann sei es aber auch "unvermeidlich", dass solche Probleme wie die Korrosionsschäden an den Pipelines aufträten. Der Experte wollte aber keine Namen anderer Konzerne nennen, die wie BP auch Probleme mit ihren Leitungen haben. Er sagte jedoch, dass außer in Alaska auch andere große Reparaturarbeiten im Nahen Osten, Indien und Russland im Gange seien. Dabei komme es auch teilweise zu Einstellungen der Förderung. Der Produktionsausfall in diesen anderen Gebieten sei zusammengenommen genau so groß wie der in dem von BP betriebenen Ölfeld in Prudhoe Bay in Alaska.

Reparatur dauert mehrere Tage

Der britische Konzern hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Produktion in dem derzeit ohnehin nur begrenzt genutzten Ölfeld noch weiter zurückgefahren worden sei. Demnach werden dort derzeit täglich 90.000 Barrel weniger als zuvor und damit nur noch rund 110.000 Barrel gefördert. Grund sei ein Problem mit einem Kompressor im westlichen Teil des Feldes. Es werde vermutlich mehrere Tage dauern, dieses Problem zu beheben. Normalerweise liefert Prudhoe Bay rund 400.000 Barrel am Tag, das sind rund acht Prozent der gesamten US-Produktion. Nach Entdeckung eines Pipeline-Lecks Anfang August hatte BP die Förderung aber reduziert, um marode Leitungen zu ersetzen. Ersetzt werden müssen 26 Kilometer der insgesamt 1287 Kilometer langen Pipelines. (tso/AFP)

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