Ölpreis : Opec-Chef will Förderquote drosseln

Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) berät über eine Reduzierung ihrer Förderquote. Die Ölpreise stiegen daraufhin wieder leicht.

London - Laut einem Opec-Sprecher schlägt der Vorsitzende der Organisation, der nigerianische Ölminister Edmund Daukoru, eine Reduzierung der täglichen Fördermenge um eine Million auf 27 Millionen Barrel vor, da der Markt «stark überversorgt» sei. Eine Einigung der elf Mitgliedstaaten über den Vorschlag gebe es aber nocht nicht. Die Förderquote der Opec ist seit Juni letzten Jahres unverändert.

In den vergangenen Wochen waren die Ölpreise um rund 20 Prozent gesunken. Dies hatte bereits Spekulationen genährt, dass die Opec die Förderung drosseln könnte, um die Preise zu stützen. Daukoru unterbreitete seinen Vorschlag nun in einem Brief an die anderen zehn Opec-Mitgliedstaaten. Nach Angaben des Sprechers war zunächst noch unklar, ob es eine Sondersitzung der Opec zur Beratung über die künftige Fördermenge geben soll.

Preise ziehen leicht an

Iran, Saudi-Arabien und Venezuela hatten darauf gedrungen, ein solches Treffen für die kommende Woche in Wien anzusetzen, um die Geschlossenheit der Organisation zu demonstrieren. Wie die «Financial Times» berichtete, halten aber andere Mitgliedstaaten, darunter auch Nigeria, ein solches Treffen für überflüssig. Es bestehe auch die Möglichkeit einer Einigung, ohne dass die Minister zu einer gemeinsamen Sitzung anreisen müssten, sagte dazu der Opec-Sprecher. Die elf Mitgliedstaaten der Organisation stehen für etwa ein Drittel des weltweit produzierten Rohöls.

Die Nachricht von Daukorus Vorschlag ließ die Ölpreise am Montagvormittag bereits wieder leicht steigen. In London kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 0,53 Dollar auf 60,36 Dollar (47,66 Euro). In New York ging der Preis für das Barrel der Referenzsorte Light Sweet Crude im elektronischen Handel um 0,42 Dollar auf 60,18 Dollar nach oben. (tso/AFP)

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