Wirtschaft : Ölpreis: Opec will die Fördermenge bis zum Frühling konstant halten

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Die Opec wird nicht mehr Öl fördern. Das haben die Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) am Montag bei einem außerordentlichen Treffen in Wien offiziell beschlossen. Bei dieser Entscheidung will die Opec bis zu ihrem nächsten Treffen am 17. Januar in Wien bleiben. Das Kartell fürchtet im Frühling einen Preiskollaps. Zum neuen Generalsekretär des Ölkartells ernannten die Opec-Minister Ali Rodriguez, den Ölminister von Venezuela.

Rodriguez, der im Januar für eine dreijährige Amtszeit die Nachfolge des bisherigen nigerianischen Opec-Generalsekretärs Rilwanu Lukman antreten wird, hatte es bereits zum Auftakt der offiziellen Beratungen abgelehnt, mehr Öl zu fördern. Die Opec habe ihre Rolle als zuverlässiger Öllieferant mehr als erfüllt, sagte Rodriguez. Nach den Worten von Noch-Generalsekretär Lukman ist der Ölmarkt schon jetzt übersättigt. Ein Ölpreis von 30 Dollar je Barrel (159 Liter) belaste die Konjunktur nicht unmäßig, fügte Lukman hinzu. Der Ölminister von Qatar, Abdullah bin Hamad Al Attiyah, sagte, die Opec werde bis Januar abwarten, ehe sie nochmals eine Erhöhung der Ölfördermenge diskutiere. Damit ist unklar, ob die Opec ihren Preiskorridor einhält.

Anfang des Jahres hatte das Kartell vereinbart, mehr Öl zu fördern, falls der Ölpreis mehr als 20 Werktage hintereinander nicht zwischen 22 Dollar und 28 Dollar pro Barrel liegt. Wegen der anhaltend hohen Ölpreise hatte das Kartell zuletzt am 31. Oktober beschlossen, die Fördermenge um 500 000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Diese Entscheidung hat bisher nicht viel bewegt: Nach wie vor liegt der Preis über 30 Dollar. Am Montag kostete ein Barrel Rohöl der Marke Brent um die 32 Dollar.

Inzwischen befürchten die Opec-Länder im Frühling einen Preiskollaps, falls sie noch mehr Öl anbieten. Noch-Generalsekretär Lukman warnte deswegen in Wien vor einer Überversorgung. Die Opec habe seit Jahresbeginn ihre Ölförderung um insgesamt 3,7 Millionen Barrel pro Tag erhöht. Das Kartell behalte sich vor, die Förderquoten notfalls zu senken.

Vorläufige Schätzungen der Internationalen Energie Agentur (IEA) bestätigen die Sorgen des Kartells. Laut IEA übersteigt das Weltölangebot heute die Weltölnachfrage um eine Millionen Barrel pro Tag. Zudem werde der tägliche Durchschnittsbedarf an Erdöl im ersten Quartal 2001 um knapp eine Million Barrel pro Tag sinken und im zweiten Quartal nochmals um zwei Millionen Barrel. Wie Rainer Wiek vom Erdöl-EnergieInformationsdienst sagte, fürchteten die Ölminister Preise von weit unter 22 Dollar im nächsten Jahr. Das sei möglich, weil Förderländer außerhalb der Opec das Erdölangebot im nächsten Jahr erhöhen könnten. Zur Zeit bietet die Opec 40 Prozent des Weltöls an.

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