Wirtschaft : Ölpreis: Shell erwartet Preis-Entspannung

Herr Winzenried[Shell hat vor kurzem wieder das B]

Herr Winzenried, Shell hat vor kurzem wieder das Benzin verteuert. Was wollen Sie den Autofahreren noch zumuten?

Es sieht ganz so aus, dass wir die Spitze der Aufwärtsentwicklung erreicht haben. Mit drastischen Preissenkungen ist aber nicht zu rechnen. Abgesehen davon sehen wir die jüngste Preiserhöhung ebenfalls mit gemischten Gefühlen. Und sie hat ganz sicher nichts damit zu tun, dass wir uns eine goldene Nase verdienen wollen.

Warum drehen die Mineralölkonzerne dann laufend an der Preisschraube?

Wir kaufen unser Öl genauso wie die anderen Mineralölgesellschaften in Deutschland an den internationalen Rohölmärkten und sind deshalb von den steigenden Rohölpreisen, die durch die restriktive Opec-Ölförderung bedingt sind, betroffen. Diese Preiserhöhungen versuchen wir weiterzugeben. Außerdem wird der Benzinpreis auch vom schwachen Euro und den höheren Steuern in die Höhe getrieben.

Andererseits hat Shell im ersten Halbjahr ein sehr schönes Ergebnis eingefahren. Der Kurs hat sich gut entwickelt. Müssen Benzinpreiserhöhungen dann wirklich sein?

Shell hat ein gutes Ergebnis vorgelegt, das stimmt. Mit einem Sanierungsprogramm haben wir im ganzen Konzern Kosten in Milliardenhöhe gespart. Sicherlich hat Shell auch in Ländern, in denen wir Öl fördern, gut verdient. Aus kartell- und steuerrechtlichen Gründen darf der Konzern mit dem Geld, das er weltweit verdient, das deutsche Tankstellengeschäft subventionieren.

Zumindest könnte die Deutsche Shell ihre Kosteneinsparungen weitergeben?

Die Kosten, die wir in Deutschland eingespart haben, hat der Wettbewerb - besonders im Tankstellengeschäft - längst aufgefressen. Sie wissen, dass die Branche hier Verluste schreibt. Es sind sogar die Mittelständler, die die großen Gesellschaften drängen, die Preise zu erhöhen.

Auch dem Bundeskanzler passt die Preispolitik nicht. Er wirft den Konzernen Preistreiberei und Absprachen vor.

Noch während er diesen Vorwurf verbreitet, hat das Kartellamt schon mitgeteilt, dass es keine Anhaltspunkte für Preisabsprachen gibt.

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