Wirtschaft : Oetker kämpft gegen hohe Kosten

Konzern macht mehr Umsatz – und verdient weniger mit der Schifffahrt.

Richard Oetker ist zufrieden. Dabei fiel das Konzernergebnis schlechter aus. Foto: dapd
Richard Oetker ist zufrieden. Dabei fiel das Konzernergebnis schlechter aus. Foto: dapdFoto: dapd

Bielefeld - Die Oetker-Gruppe hat erstmals in der 120-jährigen Unternehmensgeschichte die Umsatzmarke von zehn Milliarden Euro geknackt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 5,9 Prozent. Allerdings habe der Geschäftsbereich Schifffahrt um die Reederei Hamburg Süd einen Gewinneinbruch erlitten und damit auch das Ergebnis des Gesamtkonzerns belastet, räumte Oetker-Finanzchef Ernst Schröder am Dienstag in Bielefeld ein: „Das Ergebnis war rückläufig.“ Genaue Zahlen zum Ergebnis nennt der in Familienbesitz liegende Konzern grundsätzlich nicht. Konzernchef Richard Oetker nannte das Ergebnis bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Dienstag zufriedenstellend.

Der Oetker-Konzern ist breit aufgestellt – er umfasst Nahrungsmittelhersteller und Brauereien, Reedereien, Hotels und mit der Lampe Bank auch ein eigenes Geldhaus. Größte Sparte war 2011 erneut die Schifffahrt, mit der das Unternehmen fast jeden zweiten Euro seines Umsatzes erzielte. Damit hat die Reederei Hamburg Süd den größten Einfluss auf das Geschäft. Zwar bremsten Überkapazitäten und steigende Treibstoffkosten das Wachstum, es blieb aber dennoch ein Plus von 7,3 Prozent beim Umsatz. Oetker will das Gewicht der Schifffahrtssparte im Konzern daher auch nicht verringern. Vielmehr werde versucht, die Kosten zu drücken – etwa durch neue und größere Schiffe, die für niedrigere Geschwindigkeiten ausgelegt sind und so Treibstoff sparen.

Nahrungsmittel trugen im vergangenen Jahr insgesamt mit 2,3 Milliarden Euro knapp ein Viertel zum Umsatz der Gruppe bei. Steigende Rohstoffpreise hätten aber auch in dieser Sparte nicht immer an den Markt weitergegeben werden können. Die Rabattschlachten des Einzelhandels sehe er „nicht mit Begeisterung“, unterstrich Oetker. „Damit wird ein gutes Produkt abgewertet. Das ist tendenziell eine Wertvernichtung.“

Für 2012 ist Oetker verhalten optimistisch. Er erwarte, dass Umsatz und Ergebnis gesteigert werden könnten. Für Unsicherheit sorge aber die Euro-Schuldenkrise und die Auswirkungen des rigiden Sparkurses auf die Verbraucher. „Wir wissen nicht, wie die Verbraucher sich verhalten, wenn die Daumenschrauben angezogen werden“, sagte Oetker mit Blick auf die Länder Südeuropas, in denen der Konzern unter anderem seine Tiefkühlpizzen verkauft. Bislang griffen aber auch Spanier und Italiener noch zu Produkten aus dem Oetker-Sortiment.

Insgesamt investierte der Konzern 762 Millionen Euro – 27,7 Prozent mehr als noch 2010. In diesem Jahr sollen es wiederum etwa 700 Millionen Euro werden. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 2,5 Prozent auf 26 228. dpa/rtr

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