Wirtschaft : Oetker muß Einbußen hinnehmen

BIELEFELD (kv/HB).Die Oetker International GmbH, Bielefeld, konnte ihren Wachstumskurs 1998 nicht fortsetzen.Der Umsatz des Unternehmens, bei der die Lebensmittelmarkenprodukte der Oetker-Gruppe gebündelt sind, sank um 1,9 Prozent von 1,712 auf 1,679 Mrd.DM.Im Jahr zuvor war noch ein Plus von knapp drei Prozent gelungen.Das wirtschaftliche Ergebnis, über das keine quantitative Angaben gemacht werden, war nach den Worten von Oetker-Chef August Oetker "noch befriedigend".Es habe allerdings leicht unter dem Vorjahr gelegen.

Bundesweit sank der Umsatz 1998 um 3,8 Prozent auf 1,074 Mrd.DM.Oetker verwies in diesem Zusammenhang auf einen "starken Einbruch" des Eiskremmarktes aufgrund des schlechten Sommers.Sehr schwach war auch der Markt für tiefgekühlte Backwaren.Langnese-Honig habe unter den Einfuhren von "unreifem China-Mischblütenhonig zu Niedrigstpreisen" gelitten.Erfreulich hätten sich dagegen Einmachprodukte entwickelt.Auch mit dem Wachstum der Pizza- und Dessertsortimente zeigte sich der Firmenchef zufrieden.

Dagegen beklagte Oetker den "Niedrigpreiskrieg, der im Handel tobt".Er lasse für die Hersteller praktisch keine Preiserhöhungen zu.Dieser Trend werde sich aller Wahrscheinlichkeit nach fortsetzen und die Margen der Branche noch weiter unter Druck setzen.Der Umsatz der Ernährungsindustrie insgesamt sei 1998 um 2,5 Prozent gesunken.

In den ersten beiden Monaten 1999 setzte sich der Abwärtstrend fort.Oetker: "Ob der äußerst erfreuliche März nur Ausdruck eines guten Ostergeschäftes war, oder ob er über den Saisoneffekt hinaus bereits eine Trendwende signalisiert, wird erst die Zukunft zeigen." Jedenfalls sei es gewagt, schon jetzt Prognosen für das laufende Jahr zu geben.

Dagegen erwartet Oetker im westlichen Ausland eine zufriedenstellende Entwicklung.In Osteuropa sei erneut ein zweistelliges Wachstum zu erwarten.Im vergangenen Jahr konnten die ausländischen Oetker-Gesellschaften den Umsatz um 1,5 Prozent auf 605 Mill.DM steigern.Er sei durch die Abgabe der Tee- und Nußsortimente beeinflußt.Auf Vergleichsbasis des Vorjahres seien die Westgesellschaften um drei Prozent und die osteuropäischen um gut 13 Prozent gewachsen - trotz eines Rückgangs in Rußland.

Im übrigen habe die Rußlandkrise Oetker viel weniger getroffen als andere Unternehmen, da man bei geschäftlichen Aktivitäten und Investitionen vorsichtig gewesen sei.Ansonsten hielt in den osteuropäischen Märkten die positive Entwicklung in Polen, Ungarn und der Slowakei an.Tschechien habe aufgrund der "gelungenen Integration eines akquirierten Sortimentes" eine Sonderentwicklung mit über 50 Prozent Wachstum erlebt.

Ende 1998 hat Oetker in Rumänien eine kleine Produktionsstätte übernommen, die nach Erweiterung und Modernisierung ab Mitte 1999 fertigen soll.In der Türkei wurde nach Erreichen der Kapazitätsgrenze eine neue Produktion für ein Joint-venture beschlossen, das ebenfalls Mitte 1999 fertiggestellt sein soll.Besonders erfolgreich waren das italienische Schwesterunternehmen Cameo und die aufgrund des Pizza-Erfolges zweistellig gewachsenen Gesellschaften in Belgien und Holland.

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