Wirtschaft : Offenbar 400 000 DM Strafe für Jose López

DARMSTADT (dpa).Der größte Fall mutmaßlicher Industriespionage in Deutschland wird offenbar kein gerichtliches Nachspiel haben.Nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" will das Darmstädter Landgericht das Verfahren gegen den früheren VW-Vorstand Jose Ignacio López und drei seiner damaligen Mitarbeiter gegen Zahlung von zusammen 590 000 DM einstellen.López war angeklagt worden, weil er bei seinem Wechsel von General Motors (GM) zu Volkswagen 1993 geheime Opel-Unterlagen mitgenommen haben soll.Die Anklage wegen Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen liegt bereits seit Dezember 1996 vor.Laut "Spiegel" soll das Verfahren nun eingestellt werden, weil bei dem schwierigen Sachverhalt mit einem unverhältnismäßig langen Prozeß zu rechnen sei.Da der Hauptangeklagte López seit seinem Autounfall außerdem gesundheitlich angeschlagen sei, würde sich der Beginn immer weiter verzögern.López soll den Angaben zufolge eine Geldstrafe von 400 000 DM zahlen.Im vergangenen November gab es ein sogenanntes Rechtsgespräch aller Beteiligten beim Landgericht, um den Fortgang des Verfahrens zu erörtern.Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der Plan für den mutmaßlich illegalen Wissenstransfer von Opel zu VW Ende 1992 gereift sein.Im Zuge der Affäre war es zu großen Spannungen zwischen GM/Opel und VW gekommen.Noch im vergangenen Jahr hatte Opel eine gerichtliche Klärung "der mit dem Fall verbundenen kriminellen Handlungen" gefordert.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben