Wirtschaft : Offene Grenzpolitik

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Das harte Durchgreifen der USA an der Grenze zu Mexiko Mitte der 90er Jahre hat den Zustrom von Einwanderern verlangsamt. Gleichzeitig wurden jedoch auch jene, die sich bereits illegal in den USA aufhalten, ermuntert, weit länger zu bleiben als sie es normalerweise tun würden. Warum sollte man riskieren, nach Chihuahua zurückzugehen, wenn es danach viel schwieriger sei, nach Chicago zurückzukehren?

Erfreulich ist daher eine neue Studie, die zeigt, wie die Kräfte des Marktes dazu beitragen könnten, die illegale Zuwanderung zu verringern. Die Studie von Stuart Anderson zeigt, wie das „BraceroProgramm“ der 50er und 60er Jahre für eine weit rationalere Einwanderungspolitik sorgte als das heutige Labyrinth von Restriktionen. Das Programm (1942-1964) sah eine Anwerbung von mexikanischen Arbeitskräften ohne dauerhafte Niederlassung vor. Es ermöglichte US-Farmern, ihren Bedarf an Saisonarbeitskräften zu decken, und es erlaubte Mexikanern, frei in die USA einzureisen, ohne die Angst, verhaftet zu werden – und für Löhne zu arbeiten, die weit höher lagen als das, was sie zu Hause verdienen konnten. Anderson zeigt auf, dass das Programm während seiner Hochzeit auch für eine drastische Verringerung der illegalen Einwanderung sorgte. Illegale Einreisen lassen sich kaum präzise beziffern, doch die Zahl der vom Immigration & Naturalization Service (INS) vorgenommenen Festnahmen lässt stellvertretend Rückschlüsse zu. Anderson, der früher selbst für den INS tätig war, stellt fest, dass die Zahl dieser Festnahmen ab 1950 – mit einem wachsenden Bedarf an Arbeitskräften nach dem Krieg – anstieg. 1954 waren es fast 1,1 Millionen. Doch nach Anlaufen des Bracero-Programms gingen die Festnahmen drastisch zurück, auf weniger als 100000 bis 1964. Nach dem Widerstand der Gewerkschaften und dem Aussetzen des Programms folgte ein erneuter Anstieg. In einem Untersuchungsbericht des Kongresses aus dem Jahr 1980 hieß es: „Das Bracero-Programm war ohne Frage hilfreich für die Beendigung des Problems der illegalen Aufenthalte Mitte der 40er und in den 50er Jahren“. Ein Grund, weshalb der Kongress eine offene Einwanderungspolitik unterstütze, sei, dass die guten Pläne für eine restriktivere Grenzpolitik niemals das erreichen, was sie vorgeben.

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