Wirtschaft : Ohne fremde Hilfe geht es kaum

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Die BayernLB ist schon in Berlin vertreten: Mit der Direktbank DKB (Deutsche Kreditbank), die bundesweit über das Internet agiert, jagt sie den Sparkassen Kunden ab und sorgt damit für gehörigen Unmut im eigenen Lager. Denn dort gilt das Regionalprinzip, das das räumliche Geschäftsgebiet der Sparkassen auf die jeweilige Region begrenzt. Wenn die BayernLB die Berliner Sparkasse bekäme, könnte sie das Geschäft mit den Privatkunden auf zwei Beine stellen: die DKB für das Internet und die Sparkasse für die Filiale. „Das wäre eine ideale Kombination“, sagt Bankenexperte Wolfgang Gerke.

Zuletzt hat die BayernLB beim Verkauf der österreichischen Gewerkschaftsbank Bawag mitgeboten – allerdings erfolglos, die Bawag ging letztlich an den US-Finanzinvestor Cerberus. Das soll der BayernLB nicht noch einmal passieren.

Das früher als Bayerische Landesbank firmierende Institut gilt seit jeher als politisch geprägt und eng mit der bayerischen Landesregierung verbunden. 2002 geriet die Bank in Schwierigkeiten, weil sie dem insolventen Medienunternehmer Leo Kirch zwei Milliarden Euro geliehen hatte – eine Milliarde ging allein für Kirchs Einstieg in die Formel 1 drauf.

Mittlerweile steht die BayernLB finanziell wieder gut da und gilt als die zweitstärkste Landesbank. Dass sie den Kauf der Landesbank Berlin (LBB) allein stemmt, traut ihr allerdings kaum jemand zu. Die Bank benötigt wohl die Hilfe eines Finanzinvestors. Hinzu kommt eine weitere Hürde: Die BayernLB gehört zur Hälfte dem Sparkassenverband Bayern und wäre aufgrund ihrer Satzung auf dessen Zustimmung angewiesen. Der Verband hat allerdings schon seinem Dachverband DSGV die Zusage gegeben, dessen Angebot für die LBB finanziell zu unterstützen, und steht somit zwischen den Fronten. stek

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