Wirtschaft : Ohne Stützräder radeln lernen Clement und Quelle zeichnen Erfinder aus

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Berlin Felix Fechner ist wohl das, was man einen Streber nennt. Der 15-jährige Gymnasiast aus Erfurt rezitiert Goethes Faust, spielt Chopin auf dem Klavier, brilliert als Physik-Ass, und jetzt hat er auch noch einen Erfinderpreis erhalten.

Ausgezeichnet wurde seine Idee eines Fahrrads, das Kindern beim Balancieren hilft, aber auf Stützräder verzichtet. Möglich macht das der Einbau eines so genannten Gyroskops – eines rotierenden Körpers, der immer senkrecht zur einwirkenden Kraft ausweicht. Laienhaft gesagt ist an eine Scheibe im Hinterrad gedacht, die getrennt angetrieben wird. Die Idee kam Felix, als sein kleiner Bruder Frido das Radeln nur schmerzhaft lernte.

5000 Euro Preisgeld hat ihm die Quelle-Innovationsstiftung in ihrem ersten öffentlichen Auftritt am Donnerstag in Berlin überreicht.

Weitere 5000 Euro gingen an zwei Oberpfälzer: Michael Plannerer (32) ist seit einem Motorradunfall querschnittsgelähmt, gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen (27) entwickelte er einen Lift, der ihn ohne fremde Hilfe vom Rollstuhl ins Bett hebt.

Und ebenfalls 5000 Euro gingen an den Schweizer David Sourlier (46), der eine neuartige „Black Box“ für die Rekonstruktion von Autounfällen entwickelt hat: Zwei handelsübliche Minikameras sind am Auto installiert, eine spezielle Software visualisiert den Unfallhergang aus verschiedenen Blickwinkeln.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD), der Schirmherr, fordert eine Gründer- und Erfindermentalität, um die deutsche Wirtschaft wieder auf Trab zu bringen. „Kosten sparen alleine macht das Hochlohnland Deutschland nicht wettbewerbsfähiger“, meinte auch Quelle-Vorstand Gebhard Stammler. „Es fehlt überall an Mut.“ Der Innovationspreis des Versandhauses soll regelmäßig für alltagstaugliche Erfindungen verliehen werden, hinter denen eine besondere persönliche Geschichte steckt. mod

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