Wirtschaft : Olivetti im Schlußspurt

MAILAND (hjk/HB).Der ehrgeizige Versuch des kleinen norditalienischen Mischkonzerns Olivetti SpA, Ivrea, für maximal 60 Mrd.Euro den sechsmal größeren Ex-Staatsmonopolisten Telecom Italia (TI), Rom/Turin, zu übernehmen, geht in die entscheidende Woche.Aktionäre haben noch bis einschließlich Freitag, 21.Mai, Gelegenheit, das Olivetti-Angebot anzunehmen, das 11,5 Euro pro Aktie bietet.Die TI-Notierung bewegt sich seit Wochen knapp unter der 10 Euro-Marke, so daß Olivetti eine Prämie von etwas über 15 Prozent bietet.

In den ersten beiden Wochen der feindlichen Übernahmeofferte konnte Olivetti nur rund 1,5 Prozent des TI-Kapitals einsammeln.Mindestens 35 Prozent will Olivetti erreichen, aber nur ab 67 Prozent hat Olivetti die Realisierung der Offerte fest zugesagt.Mindestens 50 Prozent plus eine Aktie braucht Olivetti, um die in der TI-Satzung verankerte Stimmrechtsbeschränkung auf drei Prozent zu kippen.Experten bezeichneten die bisherige Zurückhaltung der Aktionäre als nicht überraschend.Presseberichten zufolge sollen bereits am Montag größere Aktienpakete, von ausländischen Investmentfonds, bei Olivetti abgeliefert werden.Die Börse glaubt an einen Erfolg Olivettis.

Wie berichtet, will Olivetti-Chef Roberto Colaninno die TI-Übernahme über die zu 97 Prozent kontrollierte Tochter Tecnost abwickeln, die sich bisher auf die Herstellung von Lotteriemaschinen konzentriert hatte.Technost ist in den letzten Wochen über Kredite eines internationalen Bankenkonsortiums massiv kapitalisiert worden, um die TI-Übernahme stemmen zu können.Bezahlen will Tecnost mit 6,92 Euro, 2,90 Euro in Tecnost-Anleihen und 1,68 Euro in Tecnost-Aktien (drei Tecnost gegen fünf TI).Dieses Angebot, das verwirrend und abschreckend wirkte, schlachtet Olivetti in der laufenden Werbekampagne jetzt mit dem Hinweis aus, daß dem abgabebereiten Aktionär nicht nur ein kräftiger Gewinn (das Kaufangebot liegt 58 Prozent über der Notierung zu Jahresbeginn) winkt, sondern auch die indirekte Fortsetzung der TI-Beteiligung.

TI-Chef Franco Bernabé wehrt sich nach wie vor mit Händen und Füßen gegen die Olivetti-Übernahme.Der Olivetti-Anzeigenkampagne pro Aktienverkauf entgegnet er mit einem Anzeigenfeldzug und stellt die Olivetti-Offerte als unterbezahlt dar.Bernabé baut nach wie vor auf die geplante Fusion mit der Deutschen Telekom AG.

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