Wirtschaft : Omas Sparbuch ist out, Investmentfonds in

ROLF OBERTREIS

Hauptziel: Private Altersvorsorge / Auch Oliver Bierhoff soll neue Anleger lockenVON ROLF OBERTREIS

FRANKFURT/MAIN.Banken und Sparkassen kommt die Krise an den Börsen gerade jetzt völlig ungelegen.Schließlich ist heute Weltspartag.Da will die Geldwirtschaft ihren Kunden die richtige Anlage schmackhaft machen.Zumal das Thema Rente und Altersvorsorge drückt: Mit dem momentanen System wird das Rentenniveau nicht zu halten sein.Es sei denn, die Beiträge steigen weiter oder die künftige Rente wird immer geringer.Schätzungen gehen davon aus, daß im Jahre 2030 auf 100 Beitragszahler 90 Rentenempfänger kommen, sagt Rolf Passow, Chef der Dresdner Bank Investmentgruppe (DIT)."Statt 20 Prozent Beitrag hätten wir dann etwa 30 Prozent zu zahlen." Vor diesem Hintergrund gewinnt der Weltspartag neue Bedeutung: Nicht um des Sparens willen muß gespart werden, die Altersvorsorge rückt in den Vordergrund.Zumal die Deutschen da immer noch zu wenig tun; das jedenfalls haben unlängst die Meinungsforscher von Emnid herausgefunden.Aber die Umfrage brachte auch zutage, daß die Hälfte der Befragten die private Altersvorsorge für wichtig hält.Zwei Drittel wollen dafür sogar auf Konsum verzichten. Kein Wunder also, daß sich Sparkassen, Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen um dieses Kapital streiten.Mit Sparbüchern und anderen banalen Produkten kommen sie dabei heute nicht mehr weit.Die meisten Deutschen wissen, daß mit Omas Sparbuch - dem eigentlichen Objekt des 1925 ins Leben gerufenen Weltspartags - angesichts der mickrigen Zinsen nicht mehr viel zu holen ist.Spätestens der Börsengang der Telekom und der immer noch große Wertzuwachs deutscher Aktien haben die Sparer hellhörig gemacht.Trotzdem meiden immer noch viele Anleger den direkten Weg an die Börse, der Kauf von Aktien schreckt angesichts der Schwankungen ab.Aber Aktienfonds erfreuen sich einer immer größeren Attraktivität.In den letzten zwölf Monaten hat es einen wahren Run auf Aktienfonds gegeben: Das Vermögen kletterte von knapp 70 auf 115,5 Mrd DM.Der Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) rechnet vor, daß sich gerade Aktienfonds für die Altersvorsorge lohnen: Wer monatlich 100 DM investierte, konnte in der Vergangenheit sein Vermögen in zehn Jahren von 12 000 auf 24 500 DM verdoppeln.Einen weiteren Impuls erhofft sich die Branche ab April 1998 durch die Pensionssondervermögen.Dann können die Firmen gleichzeitig in Aktien und Immobilien anlegen.Was angeblich noch mehr Gewinn abwerfen soll.

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