Wirtschaft : Online-Banking: Banken fordern Sicherheit bei Signatur

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Der Schlüssel zum raschen Ausbau der Nutzung des Internet für Bank- und Börsengeschäfte sowie den Einkauf liegt nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB) in der Einsatzmöglichkeit der elektronischen Unterschrift. "Nur so werden elektronische Nachrichten fälschungssicher", sagte Wolfgang Arnold, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BdB, am Dienstag in Frankfurt. Die Bundesregierung solle deshalb das Signatur-Gesetz schnellstmöglich novellieren und eine entsprechende EU-Richtlinie in nationales Recht umsetzen.

Hintergrund dieser Forderung ist unter anderem eine jüngst im Auftrag des BdB durchgeführte Umfrage, bei der rund ein Drittel der Befragten Bankgeschäfte per Internet wegen der angeblich bestehenden Unsicherheit ablehnen. Insgesamt knapp 60 Prozent halten das Online-Banking für nicht so sicher oder für überhaupt nicht sicher. Wegen dieser Ängste müsse alles unternommen werden, um Internetkriminalität und Hackerangriffe zu verhindern, findet Arnold. Allerdings halten 86 Prozent derjenigen, die bereits Online-Banking nutzen, diesen Weg für sicher oder sogar sehr sicher. Auch Fragen der Besteuerung von E-Commerce-Geschäften sind nach Auffassung von Arnold noch nicht eindeutig beantwortet. Er warnte vor nationalen Alleingängen. Für nachteilig hält der BdB-Geschäftsführer dagegen eine EU-Richtlinie, der zufolge online geschlossene Verträge einseitig vom Verbraucher aufgelöst werden können. Bankgeschäfte per Internet würden so nahezu unmöglich. Ende 1999 gab es hier zu Lande bei Banken und Sparkassen über zehn Millionen Online-Konten, elf Prozent aller Deutschen nutzen Online-Banking.

Unterdessen einigten sich am Dienstag 35 Mitgliedsfirmen des so genannten M-Sign-Konsortiums für die Entwicklung der elektronischen Unterschrift auf einen einheitlichen Standard, der den Zahlungsverkehr über das Handy in Deutschland künftig flächendeckend ermöglichen soll. Ein einheitliches Protokoll werde finanzielle Transaktionen über das Mobiltelefon sicher und vertraglich bindend machen, hieß es. An dem 1999 gegründeten Konsortium sind unter anderem die HypoVereinsbank, die Telekom und Siemens beteiligt.

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