Wirtschaft : Online-Banking: Schwache Börse belastet Comdirect

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Deutschlands größte Onlinebank Comdirect bekommt in diesem Jahr die Aktien-Baisse und die damit verknüpfte Zurückhaltung ihrer Kunden zu spüren. Wie die Commerzbank-Tochter am Mittwoch bekannt gab, reduzierte sich die Zahl der Wertpapieraufträge in den ersten sechs Monaten 2001 um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als Folge fielen auch die gesamten Provisionsüberschüsse auf 52,4 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor lagen diese noch doppelt so hoch. Besonders die Auslandstöchter in Frankreich, Großbritannien und Italien machten dem Mutterkonzern zu schaffen. Dort standen Verwaltungsaufwendungen von 40 Millionen Euro kaum nennenswerte Einnahmen gegenüber, es wurden lediglich Provisionsüberschüsse in Höhe von 900 000 Euro erwirtschaftet. Der Vorstandsvorsitzende Bernt Weber hält aber weiterhin an den Tochtergesellschaften fest. Andere Lösungen als Schließungen würden immer vorgezogen, sagte er.

Mit den erwartungsgemäß roten Zahlen setzt Comdirect die Reihe der verlustreichen Onlinebroker in dieser Woche fort. Nachdem Consors am Dienstag deutliche Vorsteuerverluste bekannt gab, häufte auch Comdirect in den ersten sechs Monaten ein negatives Ergebnis (EBT) von 46,4 Millionen Euro auf. Das Ergebnis je Aktie liegt damit bei minus 26 Cent. Ein Jahr zuvor konnte noch ein Gewinn von 26,8 Millionen Euro ausgewiesen werden. Zu den geplanten Verlusten für das Gesamtjahr gab es von Comdirect jedoch keine Hinweise.

Mit den vorgelegten Zahlen lag Comdirect knapp im Rahmen der Analystenerwartungen. Das Bankhaus Merck Finck & Co hatte mit einem EBT von minus 45 Millionen Euro gerechnet. Als Folge büßte die ComdirectAktie am gestrigen Handelstag knapp vier Prozent ihres Wertes ein.

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