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Online-Buchung : Sicherheitslücke bei Ryanair

31.01.2011 21:57 UhrVon Mohamed Amjahid
Ryanair weist Bedenken zurück. Foto: dpaBild vergrößern
Ryanair weist Bedenken zurück. - Foto: dpa

Die Online-Buchung bei Ryanair lässt sich von Dritten leicht manipulieren. Das haben Recherchen des Tagesspiegels ergeben. Die Fluggesellschaft fordert Kunden auf, persönliche Daten selbst zu schützen.

Berlin - Wer einen Flug bei bei der Billigfluggesellschaft Ryanair bucht, sollte besondere Vorsicht walten lassen. Auch entferntere Bekannte können ohne spezielle Computerkenntnisse Buchungen nachträglich manipulieren, so dass auch Zusatzkosten entstehen können.

Ryanairs Buchungssystem funktioniert so: Um seine Flugdaten nach einer Buchung noch mal einzusehen oder zu verändern, muss der Kunde eine von drei „Sicherheitsoptionen“ wählen. Bei der ersten und zweiten Option muss er dazu die Reservierungsnummer angeben, die er nach der Buchung per Email zugeschickt bekommen hat. Passt er gut auf diese Nummer auf, sind seine Daten sicher.

Doch das stimmt nicht. Denn es gibt eine dritte Möglichkeit, sich zu identifizieren: Dafür muss man lediglich das Flugdatum, die bei der Buchung angegebene Email- Adresse und den Abflugs- und Ankunftsort kennen – Daten die auch flüchtig Bekannte leicht erraten können. Wer also die reguläre Email-Adresse einer Person kennt und mindestens eine Ahnung hat, wann und wohin diese Person fliegt, der könnte sich im Datenklau probieren. Michael Gröne, Experte für Identitätsmanagement am Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen, hält diese Option zur Authentifizierung für nicht sicher genug: „Zur eindeutigen Identifizierung gibt es kein Geheimnis, dass nur dem Nutzer und Ryanair bekannt ist.“

Sollte zum Beispiel ein eifersüchtiger Ex- Partner die ungefähren Reisepläne, sogar nur die Zielregion seiner ehemaligen besseren Hälfte in Erfahrung bringen, könne er verschiedene Flughäfen mit verschiedenen Abflugtagen kombinieren bis er die Informationen bekommt, die er sucht, erklärt Gröne. Er schätzt die Missbrauchsgefahr als sehr hoch ein: „Mit relativ wenigen, auch in Online-Netzwerken wie Facebook öffentlich einsehbaren, Informationen ist es möglich, an die Daten zu kommen.“ Wem das gelungen ist, kann Passagiernamen und Flugzeiten ändern, so wie kostenpflichtige Angebote buchen: Zum Beispiel die Mitnahme von Gepäckstücken oder einen größeren Mietwagen – sofern schon bei der ursprünglichen Buchung ein Mietwagen bestellt worden war.

Sabine Fischer-Volk, Expertin für Fluggastrechte bei der Verbraucherzentrale Brandenburg stellt klar, dass rechtlich gesehen Ryanair für den dadurch entstehenden Schaden haften muss: „Für eine unbefugte Änderung der Daten durch Dritte muss die Fluggesellschaft zahlen, wenn dies auf ihr unsicheres System zurückzuführen ist.“ Sie rät den Kunden, immer die eigenen Buchungsvorgänge und Bestätigungen abzuspeichern und auszudrucken, kommt es zu einer Manipulierung ist der Kaufvertrag nichtig. „Der Passagier hat aber immer den großen Ärger und Frust, weil die Prozesse kompliziert und langwierig sind“, warnt Fischer- Volk.

Ryanair ist bei dieser Praxis eine Ausnahme. Bei anderen großen europäischen Linien- und Billigfluggesellschaften muss zur Einsicht und Änderung der Buchungsdaten die Buchungsnummer oder ein Passwort angegeben werden.

Ryanair weist Bedenken zurück: „Die vom Tagesspiegel befragten Experten reden kompletten Müll“, erklärt Daniel de Carvalho, Sprecher von Ryanair. „Wenn ein verrückter Ex-Partner sich Zugang zum Buchungssystem verschaffen will und für Vorzugs-Boarding oder Extra-Gepäck zahlt, für eine Person, von der er sich gerade getrennt hat, dann haben die beiden eine Menge mehr Dinge, über die sie sich Sorgen machen sollten, als eine geänderte Flugbuchung.“ Er betont, dass „jeder Passagier selbst dafür verantwortlich ist, seine persönlichen Daten persönlich zu halten“.

Juliane Heinrich, Sprecherin des Bundesdatenschutzbeauftragten, nennt dieses System „problematisch“: „Da Ryanair aber keine Niederlassung in Deutschland hat, obliegt die Aufsicht dem irischen Datenschutzbeauftragten“, erklärt sie. Diarmuid Hallinan von der irischen Datenschutzbehörde verspricht, den Fall zu prüfen: „Nach irischem Recht wäre Ryanair für die absolute Sicherheit der Kundendaten zuständig. Wir werden uns diese Angelegenheit auf jeden Fall näher anschauen“.

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