Wirtschaft : Online - Partnerschaft: T-Online und Springer Verlag kooperieren im Internet

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T-Online und der Axel Springer Verlag gründen ein gemeinsames News- und Entertainment-Portal im Internet. "Wir wollen mit neuen Erlösmodellen zeigen, wie man im Internet Geld verdienen kann", sagte Mathias Döpfner, Vorstand für Zeitungen und Multimedia des Axel Springer Verlags, am Mittwoch in Berlin. An dem Gemeinschaftsunternehmen Bild.de-T-Online AG ist die Internet-Tochter der Telekom mit 37 Prozent, Springer mit 63 Prozent beteiligt. 14,2 Millionen T-Online-Nutzer, das sind 59 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland, und mehr als elf Millionen "Bild"-Leser lieferten die Basis, um "das Internet noch attraktiver für den weiteren Ausbau hin zum echten Massenmarkt zu machen". Das Joint-Venture werde innerhalb einer "ehrgeizigen Frist Gewinne machen", sagte Döpfner. Angaben über die Höhe der Investitionen und den Starttermin machten die Beteiligten nicht. Sitz des Unternehmens, das nach Angaben Döpfners "betriebswirtschaftlich und kreativ eigenständig" sein soll und eine dreistellige Zahl von Mitarbeitern beschäftigen werde, ist Berlin. Roland Tetzlaff, zurzeit Managing Director bei Bild.de, soll eine vergleichbare Rolle bei Bild.de-T-Online übernehmen.

Telekom-Chef Ron Sommer bezeichnete das Gemeinschaftsunternehmen als "ersten Baustein für weitere mögliche Projekte der beiden Unternehmen". Die unlängst auf der Cebit vereinbarte Exklusiv-Kooperation mit dem ZDF werde von der mit Springer geschlossenen Zusammenarbeit nicht berührt. Sommer verspricht sich von der Partnerschaft eine Stärkung der zuletzt unter Druck geratenen Tochter T-Online "zum Wohle unserer Aktionäre". "Alles, was T-Online stärkt, bedeutet auch für den gesamten Telekom-Konzern einen weiteren Fortschritt", sagte Sommer. Auch T-Online-Chef Thomas Holtrop rechnet mit einem "kräftigen Wachstumsschub". In die neue Gesellschaft bringe die Bild-Zeitung alle bestehenden Internet-Aktivitäten ein, Redaktion- und Mediadienstleistungen würden mit den Produkten und dem Internet-Zugang von T-Online gebündelt. Ob die Nutzer künftig für das neue Angebot zahlen müssen, ließ Holtrop offen. T-Online werde Anfang 2002 so genannte Abonnement- oder Pay-per-use-Modelle vorstellen. Inwieweit auch Bild.de-T-Online einbezogen werde, sei noch nicht entschieden. "Wir werden in Zukunft stärker differenzieren", sagte Holtrop. "Unsere Kunden werden den Mehrwert dieser Angebote erkennen, erleben und honorieren."

An der Börse profitierten vor allem die T-Aktie (plus 2,8 Prozent bis zum Nachmittag) und das Springer-Papier (plus 1,2 Prozent) von der angekündigten Zusammenarbeit. T-Online-Aktien fielen hingegen nach einem festen Start um mehr als zwei Prozent auf ein Zwölf-Monats-Tief von 8,56 Euro.

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