Wirtschaft : Online-Plattform für Versicherungs-Check will an die Börse

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Die Hamburger Finanzscout24 AG will den Tarif-Dschungel bei den Versicherungen lichten. "Wir wollen unseren Kunden eine Online-Plattform liefern, um die preisgünstigsten Angebote unter 400 deutschen Versicherungsgesellschaften herauszufiltern, so Vorstandsmitglied Ulrich Korff. Mittelfristiges Ziel sei es, ein europäisches Internet-Portal für alle Finanzprodukte aufzubauen. So können Online-Nutzer zunächst beispielsweise Lebens-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen auf ihre Leistungen und die Beiträge hin vergleichen und später abschließen. Gleichzeitig bastelt das Unternehmen an einer Auktionsplattform. Danach sollen Kunden auf einen Zweitmarkt für Lebensversicherungen zurückgreifen können. Zum Hintergrund: Interessenten können ihre bereits vorhandene Lebensversicherung weit vor dem Ablauftermin ohne große Abschläge weiterverkaufen. Der neue Dienstleister, der wie ein Makler nach europäischem Recht haftet, erhält bei Abschluss eine handelsübliche Provision vom Versicherungsgeber. Rund 60% des Umsatzes werde Finanzscout voraussichtlich mit Versicherungen erzielen. Der Rest entfalle auf das Geschäft mit Investmentsfonds, Bausparverträgen sowie Hypotheken- oder Bauspardarlehen. Noch im Jahr 2000 soll die Expansion nach Österreich, Schweiz, Spanien und Skandinavien erfolgen. Dort sollen entsprechende Finanzportale aufgebaut werden. Bereits 2001 will der Online-Dienst die Gewinnschwelle erreichen. Die Anlaufverluste, die sich im hohen zweistelligen Millionenbereich bewegen, sollen 2003 verkraftet sein.

Die Aktiengesellschaft, die mit einem Kapital von 334 000 Euro ausgestattet ist, arbeitet konzernunabhängig. Im Zuge des geplanten Börsengangs an den Neuen Markt, der voraussichtlich in 18 Monaten stattfinden wird, sollen keine Versicherungs- und Bankinstitute beteiligt werden, gab das Unternehmen bekannt. An Finanzscout ist mit 52 Prozent die Schweizer Scout 24 Holding AG beteiligt, die über weitere Internetportale verfügt. Vorstand, Management und Aufsichtsrat besitzen den Rest.

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