Online-Reservierung für Restaurants : Klicken, speisen, sparen

Das Berliner Start-up Gourmeo feiert mit Online-Reservierungen für gute Restaurants Erfolge. Wer einen Tisch bucht, bekommt 30 Prozent Preisnachlass auf die Gesamtrechnung.

von
Lecker Nachtisch. 60 Berliner Restaurants kooperieren mit Gourmeo.
Lecker Nachtisch. 60 Berliner Restaurants kooperieren mit Gourmeo.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Aus seiner Passion hat Magnus Resch ein erfolgreiches Unternehmen gemacht. Der junge Mann geht sehr gerne essen, und inzwischen verdient er mit Restaurantbesuchen sein Geld. Gourmeo heißt das Unternehmen, dessen bester Kunde der Geschäftsführer selbst ist. Resch bietet einen Online-Reservierungsservice für ausgewählte Restaurants an, in denen die Kunden dann einen ordentlichen Preisnachlass auf die Rechnung erhalten. Noch so ein Schnäppchen-Portal im Internet?

Nein, nein, als Abklatsch bereits bestehender Rabattgeschäfte, die es im Moment zu Hauf gibt, will Magnus Resch sein Start-up nicht verstanden wissen. Von einem „fundamentalen Unterschied“ zu Anbietern wie Groupon spricht der Geschäftsführer – allein schon, weil es bei ihm keine lästigen Zettel als Coupon oder Gutschein gibt. Bei Gourmeo läuft alles digital. Klick, klick, klick und schon steht das Abendprogramm. Keine zwei Minuten dauert der Reservierungsvorgang im Internet. Man wählt das Lokal aus, bezahlt dann eine Gebühr von fünf Euro und geht zum gewählten Termin günstig essen – 30 Prozent günstiger jedenfalls als es die Menükarte ausweist.

Die Restaurants, die mit Gourmeo zusammenarbeiten, stammen allesamt aus dem Premium-Bereich. „Wir haben die qualitativ besten ausgesucht“, sagt Resch. „Aber darunter finden sich auch welche, die schon ohne Vergünstigung verhältnismäßig preiswert sind.“ Eine Weile hat der Geschäftsführer gebraucht, um die Lokale von dem Konzept zu überzeugen, aber insgesamt sind es nun schon um die 60 Berliner Restaurants, aus denen die Kunden je nach Verfügbarkeit und Vorliebe wählen können. Das „Cookies Cream“ und das „Uma“ in Mitte gehören dazu, aber zum Beispiel auch das „Schneeweiß“ in Friedrichshain oder das „La Raclette“ in Kreuzberg. Was die Lokale davon haben? Sie verbessern und steuern ihre Auslastung und gewinnen neue potenzielle Kunden. Gourmeo hingegen gewinnt durch die Reservierungsgebühr – und hat sich auch dank der ersten Erfolge schnell vergrößert.

Im Hauptsitz des Unternehmens nahe des Alexanderplatzes wird noch fleißig an der Einrichtung und dem Erscheinungsbild gewerkelt. Überhaupt befindet sich hier einiges im Aufbau. Junge Leute aus verschiedenen Ländern und Branchen sitzen über frisch verlegten Boden vor ihren Computerbildschirmen; man unterhält sich auf Englisch. Das Großraumbüro ist eine Mischung aus Hostel und Messe. Schließlich ist Berlin nicht nur für Magnus Resch das „Mekka der Internetszene Deutschlands“. Mittendrin im Gewusel der Start-ups hat es sich der 27 Jahre junge Geschäftsführer gemütlich gemacht. Um sich davon zu überzeugen, dass es ihm und seinem Unternehmen gut geht, genügt ein Blick in sein strahlendes Gesicht – oder auf die Zahlen.

Resch beschäftigt 50 Leute. Mittlerweile machen viele sein Konzept nach, Gourmeo allerdings ist immer noch Marktführer. Weltweit ist die Firma mit 450 Restaurants im Geschäft; selbst in Brasilien. Deutschlandweit soll es bald sieben Städte geben, in denen Interessierte via Internet exklusiv, aber eben auch preiswert ausgehen können.

Die Idee für das Ganze hat Resch aus den USA mitgebracht, wo es üblich ist, per Internet einen Tisch im Restaurant zu bestellen. Die Deutschen greifen im Gegensatz dazu lieber zum Telefon, wenn sie sich einen Platz beim Lieblingsitaliener um die Ecke sichern wollen. Noch. Glaubt man der Tendenz und den Visionen von Magnus Resch wird auch dieses Geschäft künftig mehrheitlich online stattfinden. Groupon und andere Rabattfirmen machen es vor. Bedenken gibt es trotzdem. Verbraucherzentralen raten zu Vorsicht, da die Bedingungen für die rabattierten Leistungen oft undurchsichtig seien.

Und das ist genau der Kritikpunkt, an dem das Konzept von Gourmeo ansetzt. Die Vergünstigung auf die Rechnung im Restaurant beträgt für einen fest gewählten Termin immer 30 Prozent – egal, wie viel gegessen und getrunken wird. „Außerdem bestimmen die Restaurants selbst, wann sie wann Tische bei uns offerieren. Es ist sehr transparent“, sagt Geschäftsführer Magnus Resch. Manchmal kann es so vorkommen, dass bei Gourmeo keine im Internet zu buchenden Plätze zur Verfügung stehen. Dann muss man auf die konventionelle Art essen gehen.

www.gourmeo.com

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben