Wirtschaft : Online schenken

Im Netz finden Geschenksucher Tipps – nicht alle sind nützlich

Jan Friedmann

Weil der Nichtschenkungspakt auch in diesem Jahr scheitert, stellt sich allmählich die Frage: Wo finde ich die passenden Geschenke? Wie bei Orientierungsschwierigkeiten aller Art hört man auch hier häufig den Rat: „Schau doch mal ins Internet." Dort herrscht allerdings die große Unübersichtlichkeit: Allein die Suchmaschine „google“ wirft 1250000 Treffer aus, wenn sie mit dem Stichwort „Geschenke" gefüttert wird.

Die großen Online-Shops nehmen deshalb die Suchenden zunehmend bei der Hand und führen sie mit Weihnachts-Tipps zu einzelnen Produkten in den virtuellen Regalen. T-Online beispielsweise lockt Kunden unter www.t-online-vision.de mit einer wöchentlichen Shopping-Show, die dem Fernsehen nachempfunden ist. In der Rubrik „Lifestyle-Geschenke“ präsentiert TV-Moderatorin Sabrina Staubitz beispielsweise das Whiskyset „Nordic Rock“ (59,90 Euro) oder ein Fondue-Besteck (79,90 Euro). In anderen Shows widmet sich die Fernsehfrau den Themen „Technik“, „Computer“ und „Sport und Spiele“. Die Geschenke-Shows sind als Video-Streaming abrufbar, einzige Voraussetzung ist ein DSL-Breitbandzugang. Wer hier bis zum 19. Dezember bestellt, bekommt sein Geschenk noch vor Weihnachten nach Hause geliefert, verspricht T-Online.

Der Internet-Buchhändler Amazon hat pünktlich zu Weihnachten „Geschenkideen für jeden“ auf seine Webseite genommen. Dort ist die Suche nach Personen (“Für Sie“, „Für Ihn“, „Für Kinder“) oder nach Preiskategorien möglich. Weitere Unterteilungen schlagen Präsente beispielsweise für „Kulturliebhaber“, „Technik-Freaks“ oder „Hat schon alles“ vor. Die Letztgenannten freuen sich nach Meinung von Amazon über eine CD-Version von Dietrich Schwanitz’ „Bildung“ (15,92 Euro), über eine Playstation2-Konsole von Sony (249 Euro) oder über die DVD „Kaminfeuer im TV“ (9,99 Euro). „Die Geschenke-Tipps sind nach Empfehlungen der Redaktion ausgewählt“, erzählt eine Unternehmenssprecherin von Amazon. Allerdings verändere sich die Liste, je nachdem, was die Kunden bevorzugt kauften. Die Bandbreite der Vorschläge ist deshalb groß. Ein Tipp: Die Funktion „Kunden, die das Buch XY gekauft haben, haben auch das Buch YZ gekauft“ liefert genauere Treffer – wenn man schon einen Anhaltspunkt hat.

Das Internet-Einkaufszentrum www.shopping24.de , eine Tochter des Otto-Versands, begleitet Geschenke-Suchende mit dem Assistenten „Nico“. Das hüpfende rote Paket auf Beinen fragt: „Für wen soll denn Dein Geschenk sein?“ Auf die Angabe „für eine Frau“ empfiehlt er das Parfüm „Glow“ (39 Euro) und einen Bügel-BH (24,95 Euro).

Bunt geht es auch in anderen Online-Shops zu. Bei Karstadt reichen die Weihnachts-Empfehlungen vom Verona-Kalender 2003 (11,50 Euro) bis zum Puky Kinderfahrrad (155 Euro). AOL unterteilt seinen Christmas-Shop in Sparten wie „Dessous & Düfte“ und „Computer & Co“. Evita, das Shopping-Portal der Deutschen Post, hat auch die Kategorien „Nudelmaschinen“ und „Liebesspielzeug“ im Programm.

Fazit: Der Surfer sollte schon ungefähr wissen, was er sucht. Schließlich lassen sich die Geschenkideen nicht anfassen oder ausprobieren. Verschiedene Kriterien für die Geschenksuche wie etwa bei www.schenkbar.de sind selten. Immerhin lassen sich im Internet die Preise leicht vergleichen: Hier helfen etwa die Produktberatung www.dooyoo.de oder Webseiten wie www.preise-suchen.de oder www.preissuchmaschine.de – es sei denn, der Nichtschenkungspakt hält.

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