Online-Shopping : Jede zweite Internetseite ist mangelhaft

Wer seinen Fernseher, sein Smartphone oder seine Waschmaschine im Internet kauft, kann viel Geld sparen. Aber was passiert, wenn beim Kauf etwas schief geht? Darüber informieren Online-Händler oft nur unzureichend.

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Einkaufen im Netz: Viele Kunden scheuen sich, ausländische Anbieter zu wählen. Das will die EU-Kommission ändern.
Einkaufen im Netz: Viele Kunden scheuen sich, ausländische Anbieter zu wählen. Das will die EU-Kommission ändern.Foto: vario-press/Bernhard Classen

Verbraucher, die Smartphones, Tablets oder Kameras nicht im Laden, sondern online kaufen, werden oft nicht ausreichend über ihre Rechte aufgeklärt. Das hat eine europaweite Untersuchung im Auftrag der EU-Kommission ergeben. Von 437 untersuchten Webseiten verstießen 235 gegen europäisches Recht, teilte die Kommission am Montag mit. Auch die Seiten deutscher Anbieter waren nicht fehlerfrei. Von 28 geprüften Internetseiten informierten zwölf Seiten die Käufer nicht richtig über Garantien oder Gewährleistungsansprüche, die bei Produktmängeln eingreifen.

Die EU-Kommission lässt jährlich über ein Behördennetzwerk bestimmte Internetseiten überprüfen. Dabei wechseln die Schwerpunkte von Jahr zu Jahr. In der Vergangenheit hatten die Behörden bereits Reiseseiten und Anbieter von Verbraucherkrediten untersucht, in diesem Jahr standen Online-Verkäufer von Elektroartikeln im Fokus.

Zuständig für die Prüfungen sind in Deutschland das Bundesverbraucherministerium, der Bundesverband der Verbraucherzentralen und die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs. Das Ministerium koordiniert das Projekt, sagt aber nicht, welche Anbieter unter die Lupe genommen worden sind und ihre Seiten nun nachbessern müssen. Mit der Aktion wollen die Behörden Kunden Mut machen, auch grenzüberschreitend einzukaufen. Vor allem Informationen zu bestehenden Gewährleistungsrechten und Herstellergarantien würden vor Gefahren schützen und könnten so das Vertrauen in den europaweiten Online-Handel stärken, sagte Verbraucher-Staatssekretär Ulrich Kelber.

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