Online-Wohnungsmarkt : Chaos bei Berliner Start-Up Nestpick

Das Berliner Start-Up-Unternehmen Nestpick erlebt nicht nur eine Schrumpfkur, es mehren sich auch die Klagen von Mietern, die ihre Kaution nicht zurück erhalten.

von
So werden Wohnungsangebote offline angeboten.
So werden Wohnungsangebote offline angeboten.Foto: dpa

Als Nestpick im November 2015 startete, sprach das Start-Up-Unternehmen noch von einer „Revolution“ auf dem Wohnungsmarkt. Innerhalb von 48 Stunden könne man eine Unterkunft online mieten und die Kaution über die „sichere Plattform“ bezahlen, wie es auf der Website heißt. Doch mittlerweile herrscht Chaos bei Nestpick: Belegschaft und Angebot wurden dezimiert und Kautionen nicht zurückgezahlt. Das Berliner Unternehmen erlebe eine Schrumpfkur, schreibt gruenderszene.de. Von 140 Mitarbeitern seien nur noch 20 übrig, Wohnungen könne man bald nur noch in Berlin und nicht mehr europaweit mieten. Viele Vermieter in Berlin haben die Zusammenarbeit aber längst aufgelöst.

Die Website liegt teilweise brach: Der Link zu den Firmeninformationen führt ins Off. Viel los ist dagegen auf der Facebook-Präsenz von Nestpick. Zahlreiche Vermieter beschweren sich, ihre Kautionen steckten seit Monaten bei der Plattform fest und würden nicht zurückgezahlt, sowie auf Nachfragen kaum reagiert. Auf Facebook schreibt Nestpick, man sei in ein kleineres Büro gezogen und bitte um Entschuldigung für die dadurch entstandenen Verzögerungen.

Eine Mieterin berichtet, dass sie seit fast acht Wochen auf die Rückzahlung von 4000 Euro wartet. Nach einigen Nachfragen sagte man ihr, das Geld sei überwiesen worden, aber wieder zurückgekommen, es habe einen Fehler bei den Bankdaten gegeben. Das findet die Mieterin unglaubwürdig. Sie habe bereits zwei Mahnungen an Nestpick geschickt.

Investor Rocket Internet, der elf Millionen Euro in das Unternehmen gesteckt hat, möchte sich zu den Vorgängen nicht äußern. Ein Nestpick-Sprecher sagte, alle noch ausstehenden Kautionen seien überwiesen oder würden noch überwiesen werden. Das Unternehmen befinde sich derzeit in einer Neustrukturierung. Daher komme es zu Verzögerungen in den Arbeitsabläufen. Man arbeite an einem neuen Geschäftsmodell und werde bald mehr dazu mitteilen.

Autor

4 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben