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Onlinehändler aus Berlin : Zalando plant Börsengang noch 2014

Bislang hatte sich Zalando zu Gerüchten um einen bevorstehenden Börsengang nicht geäußert. Jetzt aber könnte es für den Berliner Onlinehändler ganz schnell gehen.

Der Onlinehändler Zalando will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. „Abhängig vom Börsenumfeld“ soll der Börsengang im zweiten Halbjahr 2014 stattfinden, wie die Zalando SE am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Der Schritt aufs Parkett in Frankfurt am Main könnte dem Unternehmen Finanzkreisen zufolge bis zu 750 Millionen Euro betragen. Nach bisherigen Informationen könnte beim Börsengang eine Gesamtbewertung von bis zu fünf Milliarden Euro angestrebt werden.

Die Haupteigentümer von Zalando sind die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik mit knapp 37 Prozent und die Internetinvestoren Marc, Oliver und Alexander Samwer mit 17 Prozent. Sie wollen nach Angaben des Unternehmens an Bord bleiben. „Geplant ist die Ausgabe von neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung“, heißt es in der Mitteilung weiter. Nach dem Börsengang sollen zehn bis elf Prozent des Zalando-Kapitals an der Börse platziert sein.

Erstmals schwarze Zahlen machen den Börsengang möglich

Zalando schreibt nach Anlaufverlusten inzwischen zumindest operativ schwarze Zahlen. Im zweiten Quartal gab es vor Zinsen, Steuern und Ausgaben für Mitarbeiteraktien einen Gewinn von 35 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte Zalando auf dieser Basis noch 31 Millionen Euro verloren. Auch ohne Abzug der anteilsbasierten Vergütung sei die Marge noch positiv gewesen, betonte das Unternehmen.

„Das Erreichen der Gewinnschwelle im ersten Halbjahr 2014 ist ein wichtiger Meilenstein“, sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter laut der Mitteilung. „Der Gang an die Börse ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Zalando.“ Ähnlich äußerten sich die schwedischen Großinvestoren. "Kinnevik ist erfreut über Zalandos Pläne an die Frankfurter Börse zu gehen", heißt es in einer Mitteilung.

Bald ein Drittel des Umsatzes kommt über mobile Geräte

In Deutschland, Österreich und der Schweiz macht Zalando mit 60 Prozent den Großteil des Geschäfts. In der deutschsprachigen Region ist das Unternehmen auch deutlich profitabler mit einer bereinigten operativen Marge von 4,6 Prozent. Zalando hatte mit kostenlosen Retouren und einer einprägsamen Werbekampagne ("Schrei' vor Glück") schnell Marktanteile gewonnen. Zuletzt gab es 13,7 Millionen Kunden.

Besonders im Blick hat Zalando das mobile Geschäft. Im zweiten Quartal kamen den Angaben zufolge rund 41 Prozent der Zugriffe auf die Zalando-Seiten von mobilen Endgeräten. Ein Jahr zuvor habe dieser Anteil noch bei einem Viertel gelegen. Rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes kommt inzwischen über Smartphones und Tablet-PCs.

Begleiten wird den Börsengang den Angaben zufolge unter anderem die Deutsche Bank. Weiterhin betreuen die US-Banken Morgan Stanley, Goldman Sachs und J.P. Morgan sowie die Credit Suisse das Berliner Start-up. (dpa/sf)

Schuhe und Taschen online verkaufen und verschicken - das ist in einem Satz das Geschäftsmodell des Onlinehändlers Zalando.
Schuhe und Taschen online verkaufen und verschicken - das ist in einem Satz das Geschäftsmodell des Onlinehändlers Zalando.Foto: dpa

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