Wirtschaft : Opec will nun doch ihre Fördermenge reduzieren Ölpreis liegt derzeit bei rund 25 Dollar je Barrel

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Wien (dpa). Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wird entgegen aller Ankündigungen nun doch ihre Fördermenge drosseln. Die in Wien zu informellen Beratungen zusammengetroffenen OpecMinister hätten Einigung darüber erzielt, ihre tägliche Förderobergrenze um 0,9 Millionen auf 24,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) zu reduzieren, wie am Mittwoch in der österreichischen Hauptstadt bekannt wurde. Der Beschluss, der noch vor Jahresende wirksam werden würde, sollte noch am Mittwochnachmittag formell abgesegnet werden.

Im Vorfeld der Beratungen hatten zunächst mehrere Opec-Ölminister erklärt, die Preise entsprächen den Marktbedingungen. Es sei mit keiner Änderung der Förderquoten zu rechnen. Einen Tag vor der Konferenz notierte etwa der so genannte Opec-Korbpreis bei 25,14 Dollar je Barrel. Damit lag er genau in der Mitte jenes Preisbandes von 22 bis 28 Dollar, das die Opec als Referenzpreis anstrebt. Nach dem Einmarsch der US-geführten Truppen im Irak hatte Rohöl Anfang März bis zu 33 Dollar je Barrel gekostet.

Erstmals seit dem Sturz des Saddam-Regimes nahm auch das Gründungsmitglied Irak wieder an einem Opec-Treffen teil. Die Delegation Venezuelas protestierte allerdings in einer Erklärung gegen die Teilnahme von Ibrahim Bahr el Ullum, der als Ölminister in der von den USA eingesetzten irakischen Übergangsregierung sitzt. Der Übergangsrat verfüge über keine Legitimation, weder im In- noch im Ausland. Es wäre besser gewesen, mit der Einladung zur Teilnahme an den Irak zu warten, bis die Vereinten Nationen und die Arabische Liga eine Regierung in Bagdad formell anerkennen.

Bagdad strebt bis zum Jahresende eine durchschnittliche Tagesproduktion von zwei Millionen Barrel an. Erschwert wird die Ausfuhr durch marode Förderanlagen, Transportprobleme und Anschläge auf Pipelines. Ende August lag der Export nach irakischen Angaben bei 900000 Barrel pro Tag. Der US-Verwalter im Irak, Paul Bremer, gab für die ersten September-Tage nun eine Förderung von 1,5 Millionen Barrel an.

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